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Comedy

Mario Barth bringt Fans zum Lachen

Der Berliner beackerte in Regensburg sein Dauerthema: die (unmöglichen) Beziehungen zwischen Männern und Frauen.
Von Angelika Lukesch

Mario Barth findet Frauen toll – eigentlich...!  Foto: Jens Niering
Mario Barth findet Frauen toll – eigentlich...! Foto: Jens Niering

Regensburg.Mario Barth ist der weise Mann, was die Tiefen und Untiefen der Beziehung zwischen Mann und Frau angeht. Mann/Frau, Frau/Mann, damit kennt er sich aus. Sein „Wissen“ stammt aus der Beobachtung des Alltags. Das Gute (für ihn) daran ist, dass dieses Thema nie unmodern wird.

Manch einer sagt nun leichtfertig, dass Mario Barth (47) nur mit Klischees arbeitet. Das stimmt jedoch nur zum Teil, wie die knapp 3000 Zuschauer in der Donauarena, in der Mario Barth seine aktuelle Show „Männer sind faul, sagen die Frauen“ zeigte, leicht erkennen konnten – und dies auch mit viel begeistertem Zuspruch und Kopfnicken quittierten.

Mario Barth hält seinen Fans gerne den Spiegel vor.  Foto: Jens Niering
Mario Barth hält seinen Fans gerne den Spiegel vor. Foto: Jens Niering

Klischees bedienen und diese lustig präsentieren, können viele. Mario Barths Stärke ist es jedoch, seine Mitmenschen genau zu beobachten, die Beobachtungen zu systematisieren, sie etwas zu überspitzen und dem Publikum dann in einzelnen Geschichten so unterzujubeln, dass sich die Fans vor Lachen biegen.

Die Kunst des Berliners ist es nämlich, seinen Fans, Männern und Frauen, den Spiegel vorzuhalten, sodass sie sich selbst erkennen und über sich selbst lachen können.

Der männliche Blickwinkel

„Frauen sehen alles, selbst wenn sie nicht im Raum sind“, stellte Barth fest und „Frauen sagen nicht, dass du faul bist, sie warten, bis mehr Leute da sind“. Darüber hinaus machte er sich lustig über die Begeisterung der Frauen an schönen Bädern, an viel Licht und Helligkeit („Wenn man in unser Bad geht, muss man sich eine Schweißerbrille aufsetzen!“) und an der Schönheitspflege: „Immer zupfen oder cremen die!“ Das klingt alles sehr verallgemeinernd, doch lustig ist der männliche Blickwinkel, den Barth erläutert.

Da steht Sinn gegen Sinnlosigkeit, Nutzen gegen Überflüssigkeit und Kultur gegen Klamauk. Interessant war, wie Mario Barth Erlebnisse mit seiner Freundin erzählte, die sich, so schwor er Stein auf Bein, tatsächlich so ereignet hätten. Es geht eigentlich fast immer ums Auto und darum, wie die Unvereinbarkeit der Ansprüche einerseits und die Notwendigkeiten andererseits (und umgekehrt) kollidieren. Es war sehr amüsant, als Barth die Unzulänglichkeiten, kleinen Selbstbetrügereien und offensichtlichen Schwindeleien der Menschen, seien dies Männer oder Frauen, aufdeckte und spitzzüngig aufs Korn nahm.

Mario Barth witzelte über Alltagsdinge.  Foto: Jens Niering
Mario Barth witzelte über Alltagsdinge. Foto: Jens Niering

Anstrengend war, dass er das eine oder andere Mal mit scheinbar endlosem Vorkichern und Prusten einen Gag eine gefühlte Ewigkeit lang hinauszog, wie zum Beispiel die Pointe bei der Geschichte über seine Freundin, den Navi des neuen Autos und die Sprachsteuerung.

Der Witz Mario Barths zündet nur live und vor allem deshalb, weil der Comedian Situations- und Alltagskomik erkennt und dies, und das ist sein großes Talent, auch so rekapitulieren kann, dass es auch den Zuhörer, der selbst nicht bei diesem lustigen Moment dabei war, zum Lachen bringt.

Kinder werden zu „Hackfressen“

Mario Barth witzelte über viele Alltagsdinge, wie die Verhaltensweisen von Handwerkern, die Freundin seines Freundes, die Babsi, über stillende Mütter, die ihn offenbar verunsichern, über seine eigenen Unzulänglichkeiten beim Aufhängen eines Kronleuchters, darüber, dass Frauen nicht ruhig sitzen könnten und dass Mädchen klüger als Buben seien. „Vegan“ geht ihm „auf den Sack“, einstmals süße Kinder verwandelten sich in der Pubertät in Hackfressen. Mit dem trendigen Chiasamen kann er gar nichts anfangen, denn schließlich stamme der von den Azteken und die Azteken seien bekanntlich tot.

Wer nun glaubt, das Thema Mann/Frau, Frau/Mann sei nun allmählich totgeritten, irrt sich. Mario Barth erzählte, dass er mit dem Gedanken gespielt hätte, die Liveprogramme aufzugeben. Schließlich habe er sich aber umentschieden, denn neue Geschichten von Männern und Frauen zu erzählen, gäbe es schließlich in Hülle und Fülle.

Mario Barth

  • Leben:

    Mario Barth wurde 1972 in Berlin-Mariendorf geboren. Er hat fünf Geschwister.

  • Beruf:

    Barth machte eine Ausbildung zum Kommunikationselektroniker.

  • Karriere:

    Nach der Ausbildung nahm Barth Schauspielunterricht und nahm an Comedy-Workshops teil. Seit 2001 ist er mit Bühnenprogrammen unterwegs.

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