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Architektur

Max-Liebling-Haus wird eröffnet

Deutschland unterstützt das Projekt in Tel Aviv mit drei Millionen Euro.
Von Stefanie Järkel

Das Max-Liebling-Haus liegt mitten in Tel Aviv. Foto: Ilia Yefimovich/dpa
Das Max-Liebling-Haus liegt mitten in Tel Aviv. Foto: Ilia Yefimovich/dpa

Tel Aviv.Weiße Fassade, Flachdach, langgestreckte Balkone: Das Max-Liebling-Haus im Zentrum Tel Avivs gehört zur „Weißen Stadt“ und damit wie rund 3700 weitere Gebäude zum Unesco-Welterbe. In dem dreigeschossigen Haus eröffnet an diesem Donnerstag das israelisch-deutsche „White City Center“, Zentrum für Denkmalschutz und Architektur – im Jahr des 100. Geburtstages der deutschen Architektur-, Kunst- und Design-Schule Bauhaus.

Das Liebling-Haus wurde 1936 nach Entwürfen des Architekten Dov Karmi gebaut. Es ist im internationalen Stil gebaut, zu dem auch das Bauhaus gehört. Im 1909 gegründeten Tel Aviv befindet sich die größte Ansammlung von Gebäuden des internationalen Stils weltweit, rund 800. Die Häuser entstanden ab den 1930er Jahren, als jüdische Architekten vor den Nationalsozialisten aus Deutschland in das damalige Palästina flohen.

Deutsche und Israelis renovierten gemeinsam

Ein Jahr lang wurde das Liebling-Haus stilgerecht renoviert, wie die Programmdirektorin des „White City Centers“, Sharon Golan Yaron, sagt. Bei mehreren Workshops hätten insgesamt rund 90 Handwerker und Lehrlinge aus Deutschland, wie Schreiner, Verputzer und Experten für Terrazzo-Böden, gemeinsam mit Israelis an dem Gebäude gearbeitet. „Das ist sehr wichtig, weil man fast sagen kann, dass es ein deutsches Erbe ist, was sich hier weiterentwickelt hat“, sagt die deutsch-israelische Architektin.

Künftig wird es im Liebling-Haus eine Ausstellung geben, die über den internationalen Stil in Tel Aviv informiert. Dazu kommen unter anderem ein Café, eine Galerie für zeitgenössische Interpretationen von Stadt und ein Studio für Kinder. „Das Liebling-Haus ist ein One-Stop-Shop, ein Gebäude, in dem man eigentlich alle Aspekte der Weißen Stadt besprechen sollte, es ist eine Plattform für Dialoge“, sagt Golan Yaron über das Konzept.

Masse der Häuser für Auszeichnung entscheidend

Ronny Schüler, Architektur-Historiker an der Bauhaus-Universität in Weimar, betont, dass es sich in Tel Aviv nicht um eine große Ansammlung von Bauhausbauten handelt. Dies sei eine Art Werbespruch etwa für den Tourismus, aber wissenschaftlich nicht haltbar, sagt Schüler. Nur rund ein Dutzend der Häuser seien wirklich von Schülern des Bauhauses aus Deutschland entworfen worden. Allerdings hält er die Unesco-Welterbe-Auszeichnung für absolut gerechtfertigt. Entscheidend sei dabei nicht die Qualität einzelner Häuser, sondern die schlichte Masse, sagt er.

Das Bundesbauministerium unterstützt das Programm des Zentrums von 2014 bis 2025 mit insgesamt rund drei Millionen Euro.

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