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Klassik

Meisterwerke herausragend gespielt

Die 17. Max-Reger-Tage in Weiden begannen mit einer spannenden Gegenüberstellung der Streichsextette von Reger und Dvorak.
Von Andreas Meixner, MZ

Das Oxalys Ensemble spielte zum Auftakt der Max-Reger-Tage in Weiden.
Das Oxalys Ensemble spielte zum Auftakt der Max-Reger-Tage in Weiden. Foto: Oxalys Ensemble

Weiden.Es mag Einbildung sein, wenn man aus der Musik Max Regers den urwüchsigen und knorrigen Kulturraum seiner oberpfälzischen Heimat zu hören glaubt. Jedenfalls wirkten schon die ersten Takte seines Streichsextetts F-Dur, op. 118, mit dem die 17. Max-Reger-Tage in Weiden unter dem Motto „Geborene Musikanten – Max Reger und die tschechische Musik“ ihre Tore öffneten, sperrig und borstig. Erst spät entwickeln sich Themen, werden angerissen, verschwinden wieder im Dickicht einer engen und stets kraftvollen Harmonik, die alle vier Sätze des 40-minütigen Werkes auszeichnet.

Sosehr er als Tonschöpfer immer noch im Schatten seiner großen Zeitgenossen steht, so unzweifelhaft ist seine kompositorische Meisterschaft. Dies in die Hände des belgischen Oxalys Ensembles zu legen, war an diesem Abend ein absoluter Glücksfall. Offenbar war es eigens für dieses Konzert neu einstudiert, man sah den sechs Streichern die hohe Konzentration an. Dennoch verliehen sie der schwierigen Partitur eine Leichtigkeit und Frische, die über den technischen Schwierigkeitsgrad hinausreichte. Energisch und mit hohem Körpereinsatz agierte man auf der Bühne, als wolle man der Musik Regers auch die letzte Facette und Nuance abtrotzen. Die Themen und Modulationen erschlossen sich dem aufmerksamen Publikum in einer spannenden und dichten Aufführungsatmosphäre.

Mährische Klänge

Und es blieb weiterhin spannend, weil das Programm im zweiten Teil das Streichsextett, op. 48 von Antonin Dvorak nun in den direkten Vergleich stellte. Im ersten Moment kommt es leichtfüßiger daher: Mährische, volkstümliche Klänge mischen sich unter und zeugen ebenso von der Heimatverbundenheit des Komponisten wie wir sie vorher Reger unterstellten. Als „böhmische Periode“ seiner Kammermusik wird es später bezeichnet werden. Und doch stellt die Musik in ihrem formalen Aufbau höchste Ansprüche bei der Interpretation. Dem Oxalys Ensemble gelang dabei nicht nur eine dynamisch fein schattierte Spielweise, sondern steigerte seine Spielfreunde über die vier Sätze mit einer genüsslichen Virtuosität, stets elegant und transparent. Die Begeisterung der Konzertbesucher gründete auf einer höchst gelungenen Gegenüberstellung zweier Kompositionen, die sich – auch dank der herausragenden Darbietung – harmonisch zusammenfügte und die Bedeutung Max Regers als Komponisten allerersten Ranges einmal mehr zum Ausdruck brachte. Ein verheißungsvoller Auftakt der diesjährigen Max-Reger-Tage!

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