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Musik

Michael Lex sucht den Kick auf der Bühne

Der junge Songwriter aus Barbing war Milows Vor-Act auf der „Piazza“ in Regensburg. Für die Zukunft hat er große Pläne.
Von Bastian Gerling

Michael Lex bei einem seiner Auftritte  Foto: Patrick Artmann
Michael Lex bei einem seiner Auftritte Foto: Patrick Artmann

Regensburg.Allein auf einer Bühne vor über 2000 Menschen: ein Traum für manche, ein Horrorszenario für viele. Für den erst 22-jährigen Musiker Michael Lex Wunsch – und Realität. Bereits zum dritten Mal durfte er auf der „Piazza im Gewerbepark“ als Anheizer auf die Bühne. Dieses Jahr spielte er vor dem belgischen Superstar Milow. Damit ging ein Traum in Erfüllung, denn Lex ist Fan des Musikers. „Mit ‚You and me‘ hatte ich lange einen seiner Songs im Programm.“ Der junge Musiker hat mittlerweile unzählige Auftritte absolviert, doch nervös ist er immer. „20 Minuten vor dem Auftritt bin ich nicht mehr ansprechbar“, lacht Michael. Dabei spiele es für ihn keine Rolle, ob er vor 10 oder 1000 Leuten spielt. Er gebe immer 100 Prozent, denn alles andere fände er auch „unfair“, wie er betont.

Das Album „Est. 1997“

  • Titel:

    Auf der Scheibe finden sich acht Songs, davon zwei Coverversionen bekannter Lieder und sechs eigene Songs. Ihm sei wichtig gewesen, dass man immer was Neues entdecken könne und einfach Spaß am Hören habe.

  • Inhalt:

    Neben ruhigen, emotionalen sowie „rockigen“ Liedern, hat es auch ein spanischer Urlaubssong auf das Album geschafft. Und das obwohl Michael diese Sprache gar nicht spricht. Damit sind insgesamt drei Sprachen auf dem Album vertreten.

  • Nächster Aufrtitt:

    Release-Konzert am 9. August ab 20.30 Uhr in der Rathausgaststätte „Barbinger“, Eintritt frei, bei gutem Wetter Open-Air

Michael ist Vollblut-Musiker. Die Musik ist seit 13 Jahren seine ständige Begleiterin. Seine Karriere begann am neunten Geburtstag, als sein Onkel ihm die erste von mittlerweile sieben Gitarren schenkte. Lex’ musikalische Vorbilder sind ähnlich vielfältig wie seine Musik. „Von alt bis neu ist alles dabei“. Besonders wichtig für seinen musikalischen Werdegang war aber sein ehemaliger Musiklehrer an der Realschule, Willy Falk. Denn der hat ihn erst dazu gebracht, auch zu singen. Offensichtlich ein sehr guter Ratschlag. Michael fing an selbst Songs zu schreiben, brachte 2016 seine erste EP namens „Moment“ raus. Es folgte das bislang prägendste Erlebnis der noch jungen Karriere: Sein selbstorganisiertes Benefizkonzert in Barbing, bei dem er fast 5000 Euro für den Verein für körper- und mehrfachbehinderte Menschen sammeln konnte. Den eigenen Namen auf Plakaten zu sehen sei schon ein „geiles Gefühl“ gewesen. Trotzdem war der Druck besonders hoch: „400 Gäste sind wegen mir gekommen, das war noch mal eine andere Nervosität“, erinnert er sich zurück.

„Es war mutig. Aber ich find’s gut. Wenn man eine Meinung hat, sollte man für sie einstehen.“

Tino Lex stellt sich hinter die Band Revolverheld

Grundsätzlich ist er der Meinung, dass jeder Künstler in der Pflicht steht, seine Reichweite zu nutzen. Man könne gemeinsam einen schönen Abend verbringen und gemeinsam etwas Gutes tun – eine klassische Win-win-Situation also. Auch politische Statements wie das der Band Revolverheld bei den Schlossfestspielen unterstützt er: „Es war mutig. Aber ich find’s gut. Wenn man eine Meinung hat, sollte man für sie einstehen.“

Eigenes Tonstudio

Seit dem Benefizkonzert hat Michael viel in seine Leidenschaft investiert. Mit der Gage seiner zahlreichen Auftritte konnte er sich sogar ein eigenes Tonstudio finanzieren. Dafür musste im Keller eigens eine Wand gezogen werden. Ohne die Unterstützung seiner Eltern wäre das alles nicht möglich: „ Sie helfen mir wirklich, wo sie können.“ So übernehmen sie auch den Merchandise-Verkauf bei Auftritten, kümmern sich um den Sound bei kleineren Konzerten, und Vater Tino Lex sorgt zusätzlich für ansprechende Fotos. Er ist auch für das Cover-Foto des ersten „großen“ Albums von Michael verantwortlich.

Erstes großes Album

„Est. 1997“ erschien am 2. August digital, als CD und sogar auf Vinyl. Das eigene Album als Schallplatte in den Händen zu halten sei schon immer ein Traum gewesen. Überhaupt will Michael seinen Fans maximale Qualität bieten. Dafür feilte er insgesamt gut drei Jahre an seinem Album. Und das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Denn anders als bei seiner ersten EP „Moment“, bei der alles noch ganz schnell gehen musste, hatte er auch wegen seines eigenen Studios deutlich mehr Ruhe um „auch mal was auszuprobieren“. Dadurch ist ein wirklich abwechslungsreiches und buntes Album entstanden.

Genau wie das Albumcover sind die Fotos des Booklets in Schwarz-Weiß mit vereinzelten roten Akzenten gehalten Foto:Tino Lex
Genau wie das Albumcover sind die Fotos des Booklets in Schwarz-Weiß mit vereinzelten roten Akzenten gehalten Foto:Tino Lex

Darauf finden sich acht Songs, davon zwei Coverversionen bekannter Lieder und sechs eigene Songs. Ihm sei wichtig gewesen, dass man immer was Neues entdecken könne und einfach Spaß am Hören habe. Die Inspiration für seine Songs bekommt Michael durch persönliche Erlebnisse, aber auch durch besondere Geschichten die ihm erzählt werden. Das Lied „Alone“ behandelt zum Beispiel die Erlebnisse eines 15-jährigen afghanischen Flüchtlings. „Das hat mich sehr bewegt“, sagt Michael Lex. Doch neben ruhigen, emotionalen sowie „rockigen“ Liedern, hat es auch ein waschechter Urlaubssong auf das Album geschafft. Der ist nicht nur schneller und mit einem Beat unterlegt, sondern auch noch auf Spanisch. Und das obwohl Michael diese Sprache gar nicht spricht. „Ich hab den Song im Urlaub geschrieben und mit einer Freundin dann grob übersetzt. Ein Bekannter aus Madrid hat den Text nochmal korrigiert“, erklärt Michael.

Ab Oktober Vollzeit-Musiker

Damit sind insgesamt drei Sprachen auf dem Album vertreten. Davon hätten ihm viele abgeraten, weil die Leute ihn so nicht zuordnen könnten. Aber wenn es um seine Kunst geht ist Michael Lex kompromisslos: „Ich mach einfach worauf ich Bock hab“, betont er.

Ab Oktober ist er deshalb endgültig Vollzeit-Musiker. Die Musik und der zeitaufwendige Beruf des Notfallsanitäters seien nicht mehr vereinbar gewesen. „Nach der Frühschicht noch ins Studio zu gehen war schon schwer“, erklärt Michael, „trotzdem habe ich jede freie Minute im Studio verbracht“. Dafür hat er in Zukunft noch mehr Zeit. Die braucht er aber auch, denn Michael hat viel vor. So plant er nach seiner Album-Veröffentlichung und dem zugehörigen Release-Konzert am 09. August in Barbing ein Bandprojekt und die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern. Dazu kommt eine zweite Benefiz-Veranstaltung. Vor allem will Michael Lex aber eines: auf die Bühne. „Auftritte sind das Highlight, es macht einen stolz, wenn man dem Publikum einen schönen Abend machen kann, dafür lebt man als Musiker.“ Milow konnte er schon mal überzeugen: „Sehr, sehr guter Song und sehr, sehr gut gemacht“, lobte ihn der belgische Superstar nach Lex‘ Auftritt auf der „Piazza“.

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