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Bühne

„Monsieur Pierre“ im Turmtheater

Eine wunderbare Verwechslungskomödie mit Tiefgang ist in Regensburg zu sehen. Die Inszenierung hat am 18. Januar Premiere.
Von Peter Geiger

Im Netz entflieht der ergraute Monsieur Pierre (Michael Bleiziffer) der Einsamkeit.  Foto: Alba Falchi
Im Netz entflieht der ergraute Monsieur Pierre (Michael Bleiziffer) der Einsamkeit. Foto: Alba Falchi

Regensburg.Undine Schneider, die neue Intendantin des Turmtheaters, ist ganz aufgeregt: Gerade kommt sie von der Probe für „Monsieur Pierre geht online“ zurück. Ihre Begeisterung kann sie kaum im Zaum halten. „Das wird richtig gut!“, schwärmt sie und strahlt übers ganze Gesicht. Und weckt damit schon mal Vorfreude auf die Premiere am Samstag, 18. Januar.

Sie selbst hat die Rolle der Sylvie übernommen. Das ist die Tochter des Monsieur Pierre (Michael Bleiziffer), eines Witwers, der nur noch „vor sich hingraut“. Regisseur Martin Hofer zögert ein bisschen, bis er diesem Begriff einen Schubser gibt und ihn wie einen feigen Fallschirmspringer über seine Lippen purzeln lässt. Aber dann lacht er zufrieden. „Ja, so kann man das schon sagen!“

Undine Schneider leitet das Turmtheater. Martin Hofer bleibt dem Haus als zweiter Vorsitzender erhalten. Foto: Alba Falchi
Undine Schneider leitet das Turmtheater. Martin Hofer bleibt dem Haus als zweiter Vorsitzender erhalten. Foto: Alba Falchi

Denn der von Sylvie eingefädelte Computerkurs mit Alex (Julian Brodacz) sorgt dafür, dass die Lebensgeister wieder hineinfahren, in den gerade noch so farb- und kraftlosen Trauerkloß. Und ihn wieder aufpäppeln. Und weil die Vorlage ein Film ist, obendrein ein französischer und einer, der auch ein bisschen an „Ziemlich beste Freunde“ erinnert, ist auch das Bühnendrehbuch von Folke Braband von „irrsinnig schnellen Schnitten und Wechseln“ geprägt.

Liebenswürdigkeit geht nicht verloren

Um das damit vorgegebene Tempo aufzunehmen, zu halten und keine unschönen Bremsspuren auf der Bühne zu hinterlassen, hat sich Martin Hofer jede Art von Umbauten verbeten. Und setzt nun auf drei Parallel-Spielorte, zwei auf der Bühne, einer rechts daneben an der Bar: „Denn das muss zack, zack, zack gehen!“

Recht zackig geht‘s auch mit Pierre weiter, nachdem er sich dem Sog des Webs ergeben hat und so wieder Zugang findet, zur Welt. „Weil dann kommt ja schon die Liebesgeschichte!“ fügt Undine Schneider an – und verweist damit auf die Pointe, die dem Stoff innewohnt. Denn bald tummelt sich Monsieur Pierre auf Datingportalen.

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Und weil er aus alten Tagen noch mit den Gesetzmäßigkeiten des Liebesmarkts auf Du und Du steht, weiß er, wie der Liebesköder gestaltet sein muss: Er wechselt also die Identität, macht sich jünger und gibt sich als „Alex“ aus. Klar, dass von diesem Augenblick an die Dinge eine Eigendynamik von unkontrollierbarer Kraft entwickeln: Sein attraktives Foto, gepaart mit dem ihm eigenen Formulierungstalent, lassen eine Dame namens Flora (Elena Dublaski) nicht nur anbeißen.

Neugierig geworden? „Monsieur Pierre geht online“ ist eine wunderbare kleine Verwechslungskomödie mit Tiefgang, in der garantiert kein Liebhaber im Schrank auftaucht. Aber eins ist klar: Wahrhafte Liebenswürdigkeit geht nicht mit den Jahren verloren. Und kann auch nicht ergrauen.

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