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Gesang

Mozarts letztes Werk im Mittelpunkt

Die Chorphilharmonie widmet sich bei ihrem Herbstkonzert einem Komponisten.
Von Elisabeth Angenvoort

Die Solisten des Abends mit Horst Frohn (rechts) Foto: Elisabeth Angenvoort
Die Solisten des Abends mit Horst Frohn (rechts) Foto: Elisabeth Angenvoort

Regensburg.Seit vielen Jahren bereichert die 1991 als „Vokalensemble Laaber“ von Horst Frohn gegründete Chorphilharmonie das kulturelle Leben in Regensburg. Nach dem erfolgreichen Gastspiel am 19. Oktober in Kelheim (Mariä Himmelfahrt) gaben die Musiker am Sonntag in der Pfarrkirche Herz Jesu das traditionelle Herbstkonzert. Es kann durchaus als gesteigerte Herausforderung gelten, einen Konzertabend zu gestalten, auf dessen Programm „nur“ der Name Mozart steht – klammert man zunächst die Vollender des als KV 626 geführten Requiems aus, das gerade in seiner Bruchstückhaftigkeit fasziniert.

Zu Beginn erklang das Offertorium „Venite populi“, im liturgischen Kontext als Gebet während der Gabenbereitung zu verstehen. Dem erst 20-jährigen Mozart gelang es durch Doppelchörigkeit, die Cantus firmi vielfältig zu verweben und zugleich zu kontrastieren. Der verlangsamte homophone Mittelsatz wirkt hier geradezu düster. In strahlendem A-Dur folgte das oft als „sinfonisch“ und „reif“ charakterisierte Klavierkonzert Nr. 23, erfrischend natürlich interpretiert von der jungen Pianistin Polina Danilova. Zwischen den behutsam fungierenden „Begleitstimmen“ bewegten sich die Läufe am Klavier mit heiterer Leichtigkeit, unterbrochen lediglich durch das in fis-Moll gesetzte Adagio, dessen wehmütige Klage sich im dritten Satz rasch wieder auflöste. Der letzte Teil des Konzertabends war zugleich der Höhepunkt: Mozarts Requiem in d-Moll. Bekanntlich gehen die Meinungen über die Qualität der kompositorischen Ergänzungen auseinander; ungeachtet dessen überzeugten die Musiker durch die musikalisch souveräne Synthese von Chor und Orchester mit den herausragenden Solisten Gesche Geier (Sopran), Vera Semieniuk (Alt), Juan Carlos Falcón (Tenor) und Holger Ohlmann (Bass). Zu Recht hat ETA Hoffmann Mozarts Requiem von seiner Kritik an der „süßlichen Kirchenmusik“ (1814) ausgenommen. Über diese Musik lässt sich kaum schreiben. Man muss sie hören.

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