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Musical begeistert in Regensburg

Zeitlose Liebesgeschichte: Die Aufführung von „Die Schöne und das Biest“ brachte nicht nur Kinderaugen zum Leuchten.
Von Sarah Höger

Eine Szene aus „Die Schöne und das Biest“ im Audimax Foto: Jens Niering
Eine Szene aus „Die Schöne und das Biest“ im Audimax Foto: Jens Niering

Regensburg.Bella könnte es so einfach haben. Der von allen anderen Dorfbewohnerinnen umschwärmte Schönling Gustav möchte ausgerechnet sie, die geheimnisvollste der drei Kaufmanns-Töchter, heiraten. Aber sie will nicht. Stattdessen fühlt sich Bella zu einem Monster hingezogen, das in einem verwunschenen Schloss vor sich hin grantelt und auf sein Ende wartet. Bella kommt und erlöst ihn. Soweit der Inhalt der berühmten französischen Geschichte „Die Schöne und das Biest“. Am Ende wartet ein Happy End – klar, Disney eben.

Eine Szene aus „Die Schöne und das Biest“ im Audimax Foto: Jens Niering
Eine Szene aus „Die Schöne und das Biest“ im Audimax Foto: Jens Niering

Doch das Originalwerk ist ein altes französisches Volksmärchen. Die Adaptionen des Originals weichen in nahezu allen Inszenierungen voneinander ab, jeder Regisseur oder Produzent erzählt die Geschichte der Schönen, die sich in ein Monster verliebt und es dadurch befreit, auf eine andere Art und Weise. Am Mittwoch wurde die Musical-Interpretation von Hans Holzbecher und Andrea Friedrich im Audimax der Universität Regensburg aufgeführt. Der Altersdurchschnitt der Zuschauer zeigte: Die märchenhafte Geschichte von der puren Liebe, die allen Äußerlichkeiten und familiären Unwägbarkeiten zum Trotz über Vorurteile und Angst siegt, ist zeitlos.

Ein verhängnisvoller Deal

Als der reiche Kaufmann des bäuerlichen Dorfes sein ganzes Vermögen verliert, scheint das verwunschene Schloss im Wald sein einziger Ausweg aus der finanziellen Misere zu sein. Dort nämlich soll ein Schatz warten. Im Schloss angekommen, trifft der Familienvater auf ein Ungeheuer: Der verwunschene Prinz, der vor seiner Verwandlung in ein Monster ein narzisstischer Frauenheld war, der nur sich selbst liebte, lebt ein einsames und elendiges Leben.

Eine Szene aus „Die Schöne und das Biest“ im Audimax Foto: Jens Niering
Eine Szene aus „Die Schöne und das Biest“ im Audimax Foto: Jens Niering

Seine Zeit läuft ab: Um endlich sein scheußliches Äußeres ablegen zu können, muss er echte Liebe empfinden – und die muss auch noch erwidert werden. Er bietet dem verzweifelten Kaufmann einen schaurigen Deal an: Er darf mitsamt dem Schatz das Schloss verlassen, wenn er dem Biest dafür eine seiner drei Töchter schickt. Zurück im Dorf freuen sich die beiden verzogenen Töchter des Kaufmanns über den wiedergewonnenen Reichtum, während Bella, seine dritte Tochter, die Verzweiflung in den Augen ihres Vaters erkennt. In seiner Not erzählt ihr der Vater von dem haarsträubenden Deal, den er mit dem Biest getroffen hat.

Romantischer Klassiker

  • Film:

    Walt-Disney hat die Saga um die Schöne, die sich in ein Biest verliebt, international populär gemacht. 2017 legte Disney die spektakuläre Liebesgeschichte mit Emma Watson als Bella neu auf.

  • Musical in Regensburg:

    Elke Schlimbach und Grant Stevens schrieben die Liedtexte, die Musik stammte von Martin Doepke, die Dialoge von Christian Bienek.

Bella fackelt nicht lange: Aus Liebe zu ihrem Vater opfert sie sich und macht sich auf den Weg zum Schloss. Dort trifft sie auf die verwunschenen Schlossbewohner, die seit der Verwandlung des Prinzen als Gegenstände im Schloss leben müssen. Und dann erscheint auch schon das Biest - und Bella ist erstaunlich unbeeindruckt. Sie scheint gleich die reine Seele des ehemaligen Weiberhelden zu erkennen, auf Bösartigkeiten reagiert die junge Frau mit Verständnis statt mit Angst. Sie lebt ein Leben im Luxus, bekommt Kleider und Diamanten vom Biest. So ganz scheint sich auch die tugendhafte Bella den Vorzügen des Reichtums nicht erwehren zu können. Doch nach ein paar Tagen hat sie mit Heimweh zu kämpfen, das Biest schickt sie für drei Tage nach Hause – ein erstes Anzeichen für Selbstlosigkeit beim Monster? Wider Erwarten kehrt Bella zurück – und gesteht dem Monster ihre Liebe. Dafür wird sie belohnt: Das Biest entpuppt sich als ansehnlicher Prinz.

Ein Musical für Alt und Jung

Eine Liveband begleitete die in deutscher Sprache gesungenen Lieder, auf die sich die Zuschauer wohl mit am meisten gefreut hatten. Als am Ende „Die Schöne und das Biest“ ertönte, bewegten sich einige Lippen zum Musical-Klassiker mit. Rockige Songs wechselten sich mit kurzen, mitunter auch sehr humorvollen Dialogen und gefühlvollen Balladen ab. Eine spektakuläre Lichtshow und märchenhafte Kostüme machten das eher spartanische Bühnenbild wett. Die Düsternis des Schlosses und die Boshaftigkeit des Biestes hielten sich in Grenzen, weshalb das Musical kindgerecht und nicht zu aufregend war.

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