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Klassik

Musik, mal märchenhaft, mal bockig

Die Bratschistin Jitka Hosprová und ihr Klavierpartner Václav Mácha spielen Musik für Bratsche und Klavier in Regensburg.
Von Gerhard Dietel

Jitka Hosprová und Václav Mácha musizierten  Foto: Dietel
Jitka Hosprová und Václav Mácha musizierten Foto: Dietel

Regensburg.Wer für sein Konzertprogramm Zeitgenössisches ankündigt, der sollte zum Ausgleich dem Publikum auch einige Repertoirestücke darbieten. So dürften die aus Tschechien angereiste Bratschistin Jitka Hosprová und ihr Klavierpartner Václav Mácha gedacht haben, als sie ihr „Duo-Recital“ im Festsaal des Bezirks Oberpfalz mit Werken des 19. Jahrhunderts umrahmten.

Robert Schumanns vier „Märchenbilder“ eröffneten das vom „Sudetendeutschen Musikinstitut“ veranstaltete Konzert, wunderbar dicht verwoben im Ineinander von Klavier- und Bratschenpart. Kraftvoll und feurig ging es in den beiden Binnennummern zu, die von ritterlichem Heldentum zu erzählen schienen, ruhiger in den beiden Rahmenstücken, zumal der melancholischen Nr. 4, die so ganz den Ton des „Es war einmal“ anschlug.

Interpretatorisch nicht ganz auf gleicher Höhe stand die den Abend beschließende, ursprünglich für Klarinette bestimmte Sonate op. 120/1 von Johannes Brahms. In die teils verhalten glimmende, dann auflodernde Glut dieses herbstlichen Spätwerks mischten sich gelegentlich ein paar Intonationstrübungen der Bratsche oder etwas al fresco musizierte Klavierpassagen.

Walderbach

Lehra & Mehra präsentieren ihr neues Programm

Der Chor Lehra & Mehra, 2018 mit dem Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz in der Sparte Chormusik ausgezeichnet, präsentiert diesen Samstag um 20 Uhr sein neues Programm „Die Zeit“ im Festsaal des Klosters Walderbach.

Gespannt durfte man auf die übrigen, unbekannten Programmnummern sein, unter denen eine „Elegie“ des 1959 verstorbenen Egon Kornauth sich am traditionsverhaftesten erwies: ein Stück voll expressiver Bratschen-Melodik, getragen von sanft wogender Klavier-Begleitung. Was die beiden übrigen aufgeführten Werke betraf, so konnten die im Festsaal anwesenden Komponisten am Ende persönlich den Publikumsbeifall entgegennehmen.

Zum Nachdenken über den Titel des Werks regte die „Canzonetta“ von Holmer Becker (geb. 1955) an, die eher kapriziös begann, bevor die Musik in sanglichere Bezirke einmündete. Doch auch dort wollte sich kein ganz gelassenes Musizieren einstellen, zumindest setzte die Darbietung Jitka Hosprovás und Václav Máchas immer wieder auf insistierende, bohrende Wendungen.

Jubiläum

Die Hüter der Musikkultur aus Böhmen

Vor 25 Jahren wurde in Regensburg das Sudetendeutsche Musikinstitut gegründet. Gefeiert wird am 3. Juni – mit einem Konzert.

Im Zentrum des Abends: die umfangreiche Sonate „Romantische Visionen“ von Jiri Bezdek (geb. 1961), die sich stilistisch offenbar gezielt zwischen alle Stühle setzt: mit fast naiver, wie aus dem klassisch-romantischen Bereich entlehnter Thematik beginnend, doch später gelegentlich zur reinen Klangflächenkomposition und Bewegungsstudie mutierend. Faszinierend hier: ein „Grave“ voller dumpfer Klaviercluster nebst Pizzicato-Gesten und Tremolo-Schauer der Bratsche, sowie ein humoristisches, bockig dahintrottendes Finale.

Hier geht es zur Kultur.

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