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Musikwirtschaft verzeichnet coronabedingten Umsatzeinbruch

Der Absatz physischer Tonträger wie CDs ist in diesem Jahr um 25 Prozent zurückgegegangen und im Live-Bereich sogar um 80 Prozent im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen.

Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) empfing Vertreter der Musikbranche zum Musikdialog Hamburg. Foto: Axel Heimken/dpa
Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) empfing Vertreter der Musikbranche zum Musikdialog Hamburg. Foto: Axel Heimken/dpa

Hamburg.Aufgrund der Corona-Pandemie erwartet die deutsche Musikwirtschaft einen deutlichen Umsatzeinbruch. Die Akteure der Branche gehen in diesem Jahr von sieben Milliarden Euro oder knapp 29 Prozent weniger Umsatz aus als vor Corona erwartet.

Das ergab eine Musikwirtschaftsstudie, die am Mittwoch in Hamburg im Vorfeld des Reeperbahn Festivals vorgestellt wurde. Ursprünglich war für das laufende Jahr eine Umsatzsteigerung von 23 Prozent erwartet worden. Besserung ist demnach erst 2021 in Sicht.

In den Jahren zwischen 2014 und 2019 hatte die Branche laut Studie deutlich zugelegt: Die Gesamterlöse stiegen um 18 Prozent von circa 11,5 Milliarden Euro auf rund 13,6 Milliarden Euro. Die Zahl der Erwerbstätigen wuchs um rund 25 Prozent auf fast 158 000, darunter
64.000 Selbstständige und rund 93.000 Arbeitnehmer.

Damit sei „die Musikwirtschaft der größte Arbeitgeber innerhalb des Mediensektors in Deutschland“, sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD), der die Branchenvertreter vor der Festivaleröffnung zum Musikdialog Hamburg empfing.

Dass Musikdialog und Reeperbahn Festival auch in Corona-Zeiten überhaupt stattfinden könnten, sei ein wichtiges Signal, sagte Kultursenator Carsten Brosda (SPD). „Gerade jetzt ist der direkte Austausch wichtig, um gemeinsam Wege aus der Krise aufzuzeigen und zu sehen, wo Hilfen notwendig und machbar sind.“

Auch die Ausgaben für Musik nehmen einer zweiten Studie zufolge coronabedingt ab - und zwar bei nahezu allen Formaten bis auf das Streaming. So sei der Absatz physischer Tonträger wie CDs in diesem Jahr um 25 Prozent und im Live-Bereich sogar um 80 Prozent zum Vorjahr eingebrochen. Auch der wöchentliche Musikkonsum nahm seit Beginn der Studie 2018 um acht Prozent auf nunmehr 19 Stunden und 43 Minuten ab. Eine mögliche Erklärung dafür sei die eingeschränkte Mobilität und der Fokus auf Nachrichten in Zeiten der Corona-Pandemie, hieß es.

© dpa-infocom, dpa:200916-99-590000/2

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