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Bühne

Nahost-Thriller in Erstaufführung

Mit dem Stück „Oslo“ startet das Theater Regensburg in eine politische Saison.
Von Daniel Pfeifer

Eine Probenszene aus „Oslo – Mission für den Frieden“Foto: J. Quast
Eine Probenszene aus „Oslo – Mission für den Frieden“Foto: J. Quast

Regensburg.Dass dieses Thema heute immer noch so brandaktuell ist wie vor Jahrzehnten, ist traurig. Dabei gab es sie einmal, die Hoffnung auf Frieden: 1993 schockieren die Spitzen Israels und der verfeindeten Palästinenser, Jassir Arafat und Jitzchak Rabin die Welt, als sie im Garten des Weißen Hauses versöhnlich die Hände schütteln.

Das Theaterstück „Oslo – Mission für den Frieden“ erzählt die Hintergründe dieses Treffens. Der hoch unterhaltsame Polit-Krimi von J.T. Rogers verfolgt das norwegische Diplomaten-Ehepaar, das im Hintergrund die Fäden für den unerwarteten Frieden zog.

Am Broadway und im Londoner Westend feierten die Besucher das Stück. Dafür, dass es den Bogen schafft, schweren Stoff zu Abendunterhaltung für die Massen zu machen. Und für die messerscharfen Dialoge und beeindruckenden schauspielerischen Leistungen. Prompt gewann es den „Tony“ als bestes Theaterstück.

Jetzt, zwei Jahre später, kam die deutsche Fassung heraus. Ohne Umschweife sicherte sich das Theater Regensburg die Aufführungsrechte und darf das Erfolgsstück nun erstaufführen. „Es hat eine atemberaubende Fülle. Nicht jedes Theater kann das spielen,“ betont Schauspieldirektor Klaus Kusenberg. 21 Rollen kämpfen sich an 48 Spielorten durch die Weltgeschichte, vom einfachen Professor bis hin zu Arafat, vom Weißen Haus bis zu einem kleinen norwegischen Café.

Gerade deshalb wird das Bühnenbild reduzierter ausfallen als das Original in New York, bei dem spektakulär Möbel und Plattformen aus dem Boden fuhren. In Regensburg will man sich mehr auf die fesselnde Performance der Schauspieler verlassen. Schließlich ist „Oslo“ abseits großer Politik auch ein menschliches Stück. Es geht auch um den Preis, den die Verhandlungen von der Ehe der beiden Hauptdarsteller verlangen. „Es ist kein Dokutheater, es soll in erster Linie unterhaltsam und spannend sein,“ möchte Kusenberg klarstellen. In weiten Teilen ist die Handlung auch gelöst vom historischen Anlass. Es geht darum, einen anderen Weg zu finden als Unversöhnlichkeit und Spaltung. „Das kann man auch auf vieles übertragen, was in der Welt gerade schief läuft,“ ordnet Klaus Kusenberg die Thematik ein.

Und damit passt „Oslo“ gut in die frische Saison. „Uns war ein politischer Spielplan wichtig,“ fügt Dramaturgin Saskia Zinsser-Krys hinzu. Es folgt „Am Königsweg“ und „Richard III.“ mit einer Stückentwicklung zum Thema Demokratie. Man sehe sich in der Pflicht, gesellschaftliche Themen anzusprechen. Natürlich wolle das Theater dabei unparteiisch bleiben. Und wie könnte es das besser zeigen als mit „Oslo“ – einem Stück, das die Neutralität feiert.

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