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Kultur
Dienstag, 21. August 2018 29° 3

Festival

Neues aus dem „grünen Spanien“

Cinescultura in Regensburg eröffnet ungewöhnliche Perspektiven. 2015 stehen Kolumbien und Kantabrien im Mittelpunkt.
Von Stephan Grotz, MZ

  • Eine Szene von „todos se van“, von Regisseur Sergio Cabrera Foto: Sergio Cabrera
  • Einer der Regisseure, die bei Cinescultura in Regensburg vertreten sind: Leon Siminiani Foto Luke Reid

Regensburg. Cinescultura, das spanische Film- und Kulturfestival in Regensburg, hat sich in den acht Jahren seines Bestehens zu einer Veranstaltung gemausert, die deutschlandweit ihresgleichen sucht. Eine imposante Reihe von internationalen und lokalen Kooperationspartnern ermöglicht den Organisatoren auch dieses Jahr ein breit gefächertes Angebot mit interessanten Gästen. Im Mittelpunkt stehen heuer das lateinamerikanische Kolumbien und eine spanische Region, die hierzulande cineastisch und touristisch vor allem Insidern bekannt ist: Kantabrien, im äußersten Norden der iberischen Halbinsel am Atlantik gelegen und mit Galizien und Asturien ein Teil des grünen Spaniens.

Den Auftakt des Festivals macht eine Ausstellung mit Illustrationen, die der spanische Nationalpreisträger José Ramón Sánchez für das „Epos von Kantabrien“ – eine Art Graphic Novel über den Krieg der Römer gegen die Urbevölkerung – angefertigt hat. (Vernissage ist am Donnerstag, 23. April, 19 Uhr im Neuen Kunstverein, Schwanenplatz 4.) Poetisch es wird tags darauf bei der offiziellen Eröffnung im Andreasstadel: Mit Ajo hat sich eine profilierte Vertreterin der Mikropoesie angesagt, einer Kunstform, die vor allem in Madrid gerade angesagt ist.

Kino mit politischer Aussage

Für die Deutschlandpremiere von drei Langfilmen, bei denen jeweils auch die Regisseure anwesend sind, haben sich Regensburger Studenten mächtig ins Zeug gelegt: Alle Kinostreifen haben sie komplett mit deutschen Untertiteln versehen. Insgesamt gibt es heuer mehr politisches Kino zu sehen, da die Krise in Spanien auch an der Kunst nicht spurlos vorbeigeht. Mit „Cuitat morta/Tote Stadt“ ist ein Film darunter, der in seinem Heimatland für Furore gesorgt hat. Er erzählt die wahre Geschichte eines Polizeiskandals, der vertuscht werden sollte. Nach seiner Ausstrahlung im Fernsehen hat der Film einiges bewirkt: Das gerichtliche Verfahren wird nun neu aufgerollt. (Samstag, 25. April, 20.45 Uhr in der Filmgalerie im Leeren Beutel.)

Als Gegengewicht zu der schweren Kost gibt es einen „Freundschaftsthriller“ von Manuel Bartual. „All deine Geheimnisse“ ist in der Technik des „split screen“ gedreht, so dass der Zuschauer mehrere Handlungen simultan verfolgen kann und stets mehr weiß als die Filmfiguren. An der Uni Regensburg wird Manuel Bartual auch seine Comics, für die er in Spanien bekannt ist, zeigen und besprechen. Der alles sagende Titel: „Sex und Humor“.

200 Kurzfilme konkurrieren um Preis

Einer der Höhepunkte des Festivals ist die Verleihung des Kurzfilmpreises. Eine international besetzte Jury kürt den Sieger unter den neun Wettbewerbern, die es aus einer Vorauswahl von rund 200 Filmen ins Finale geschafft haben. (Sonntag, 26. April, 18.30 Uhr in der Filmgalerie.)

Für Kolumbien-Fans gibt es eine Werkschau von und mit Sergio Cabrera, dem bedeutendsten Filmregisseur seines Landes. Unter den gezeigten fünf Filmen ist auch Cabreras neueste Produktion von 2015 „Todos se van/Alle gehen fort“. Zur Europapremiere reist Cabrera, der seine Kindheit in China verbrachte und heute in London lebt, eigens nach Regensburg an (Samstag, 2. Mai, 20.45 Uhr in der Filmgalerie).

Info und Katalog: www.cinescultura.de

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