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Bildband

Neues Futter für Game-of-Thrones-Fans

George R. R. Martin liefert mit „Westeros – Die Welt von Eis und Feuer“ den Prolog für seine Kult-Romanserie.
Von Benjamin Neumaier, MZ

  • Die Mauer schottet die sieben Königslande vom „Land des Ewigen Winters“ und den Wildlingsgebieten ab. Foto: Chase Stone/Penhaligon
  • Die valyrischen Königskinder Foto: Magali Villeneuve/Penhaligon

Regensburg.Im Universum von „Game of Thrones (GoT)“ respektive „Das Lied von Eis und Feuer“ ist Autor George R. R. Martin für seine Anhänger ein Gott. Die Serie wird sowohl in Buchform als auch als Fernsehserie gehypt und verehrt – und das seit Jahren. GoT-Fans verzehren sich nach der Fortsetzung des Ränkespiels zwischen Lennisters, Starks oder Targaryens um die Macht in den Sieben Königslanden von Westeros. Nun gibt ihnen der Fantasy-Autor aus New Jersey neues Futter. Zwar nicht mit der ersehnten Roman-Fortsetzung, sondern mit einem Bildband, der aber vielmehr ein Geschichtsbuch ist: „Westeros – Die Welt von Eis und Feuer“.

Das wird besonders im englischen Originaltitel „A World of Ice and Fire. The Untold History of Westeros and a Game of Thrones“ deutlich. Martin steigt hier tief in die Materie ein, erzählt von den Völkerwanderungen der Ersten Menschen oder den Andalen, den Kindern des Waldes, den Riesen, Geschichten über das alte Valyria, listet den Werdegang der Herrschergeschlechter auf oder spricht die weißen Wanderer – kurz gesagt: Er erklärt Hintergründe zu Themen, die er in seinen Romanen nur anschneidet. Dabei erweckt er durch Fußnoten und eingeschobene Verweise auf Chroniken der Erzmaester oder die Geschichtsschreibung der unterschiedlichen Völker den Anschein von Realität.

Eine Welt von Eis und Feuer

  • Der Prolog:

  • Um eine fantastische Welt lebendig erscheinen zu lassen, benötigt sie eine Vergangenheit. Daher erschuf George R. R. Martin den Kontinent Westeros, auf dem „Das Lied von Eis und Feuer/Game of Thrones“ spielt, in jahrelanger Detailarbeit. Der Bildband präsentiert die Geschichte von Westeros – beginnend in der Zeit, in der die ersten Menschen den Kontinent betraten, über die Ankunft von Aegon dem Eroberer und seinen Drachen bis zu Robert Baratheons Rebellion gegen den wahnsinnigen König Aerys II. Targaryen.

  • Der Bildband:

  • Damit ist „Westeros – Die Welt von Eis und Feuer“ der wahre Prolog der erfolgreichsten Fantasyserie unserer Zeit. Der Bildband ist erschienen bei Penhaligon als Hardcover für ca. 30 Euro.

Viele Fragen, die den Leser – und vor allem den TV-Serienjunkie – mit Falten auf der Stirn zurückgelassen hatten, werden auf 336 Seiten geklärt und mit wunderschönen Illustrationen bebildert. Dabei steigt Martin aber teils so tief in seinen Mikrokosmos ein, dass wohl nur Fans etwas mit seinem Bildband anzufangen wissen. Wer lockere Geschichten mit Spannungsbogen erwartet, wird enttäuscht – denn das neueste Werk aus der Feder Martins hat diesen Anspruch nicht: Es will nicht primär unterhalten, es will erklären. Wenn sein Gesamtwerk für Fans die Bibel ist, dann entsprechen die Romane dem Neuen Testament und der Bildband „Westeros“ dem Alten Testament.

Martins Enzyklopädie liest sich gut, doch das alles kann wohl auch eingefleischte Fans nicht darüber hinwegtrösten, dass die sieben Königslande noch immer im Krieg liegen und eine Fortsetzung der Geschichte in den Sternen steht – ein Veröffentlichungstermin des elften Bandes ist noch nicht einmal vage angekündigt. Deshalb mag „Westeros“ zwar eine Ablenkung sein, mehr aber auch nicht.

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