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Musik

Ohrange auf den Spuren Supermans

Das neue Album der Band enthält „Kryptonit“ und viel Gefühl.
Von Michael Scheiner

Das neue Ohrange-Album „L(i)eben“ Foto: Slash Zero Records
Das neue Ohrange-Album „L(i)eben“ Foto: Slash Zero Records

Regensburg.Sie zählen zu den Gutmenschen. Manuel Meier und Sebastian Schierlinger, besser bekannt unter ihrem Bandnamen Ohrange, kommen mit einer solchen Zuschreibung – für andere eine abschreckende Fama oder gar ein „no go“ – garantiert gut zurecht. Das lässt sich auch in Songs auf ihrem neuen Album ablesen, welches das Duo kürzlich veröffentlicht hat. Etwa in „Kryptonit“, einem melancholischen Lied über eine verflossene Liebe, mit viel Hall für elektrische Gitarre und Schlagzeug arrangiert. Es nimmt Anleihen beim größten Gutmenschen aller Zeiten – Superman! Bekanntlich ist dieser gute Held, über dessen ideologischen Schwächen hier großzügig weggesehen wird, nur bei dem geheimnisvollen Element Kryptonit vom einstigen Heimatplaneten schwach geworden.

Ähnlich ergeht es Gitarrist, Songwriter und Sänger Manu Meier, der in Mundart singend über seine Rolle im Leben reflektiert. „Es geht um mehr, als nur ein Teil vo dem Spiel zum sei / des uns vo gloa af vorglebt wird“, gibt er sich im doppeldeutigen „L(i)eben“ selbst einen Ruck in Richtung Eigenständigkeit. Damit und mit Songs wie dem tänzelnden „Agentur Herz“ oder „Flow“, einem entschiedenen Abgesang auf jede Art Abhängigkeit, strampelt er sich unbeirrt in Richtung Freiheit. Für sich hat Meier einen Weg in der Musik gefunden, den der zusammen mit „Bros“, Bruder Basti, wie er seinen Freund und musikalischen Partner nennt, seit über einem Jahrzehnt geht. Zunehmend erfolgreich.

Trotz des reduzierten Bandgefüges überzeugt das Duo mit vollem Sound. Bei dieser Produktion, aufgenommen wurde wieder in Abensberg bei Hubi Hofmann, haben sich die beiden die Unterstützung einiger befreundeter Musiker gesichert. Auf den Aufnahmen spielen Richie Neckar von „den süßen Herren“ (I Dolci Signori), der Gitarrist Om Hari Lasar von Filistine und Andy Kneitinger mit und geben den Songs mal mehr rockige Würze, einen bluesigen Touch oder melancholisches Gefühl. Songschreiber Meier selbst schickt seine Gitarre durch ein ausgetüfteltes Pedalboard und taucht die Musik mit Effekten und seinem Gesang in eine eigene warme Stimmung. Das Fundament bildet Schierlinger, der mit dem Drumset verlässlich druck- und gefühlvolle Beats liefert. Inhaltlich dreht sich bei den persönlichen Stories und Erfahrungen neben der Liebe manches um die Umwelt (Obacht), ums Tätowiertsein (Bunt statt Braun) und Freundschaft (Patronus). Themen, mit denen Ohrange ähnlich wie die österreichische Poprocksängerin Christina Stürmer ein breites Publikum anzusprechen vermag, weil es sich über die eingängige Musik jederzeit damit identifizieren kann.

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