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Ausstellung

Origami-Kunst in leeren Plastik-Flaschen

Geknickte Gefäße, ein verfremdeter Föhn: Die Galerie konstantin b. in Regensburg zeigt witzige Design-Konzepte.
Von Gabriele Mayer, MZ

Blick in die Galerie konstantin b., auf Objekte von Ina Turinsky, (vorn) und von Simon Budich: Die Ausstellung ist bis 28. Februar zu sehen.
Blick in die Galerie konstantin b., auf Objekte von Ina Turinsky, (vorn) und von Simon Budich: Die Ausstellung ist bis 28. Februar zu sehen.Foto: Löffler

Regensburg.Die Galerie konstantin b. zeigt Bachelor-Arbeiten von vier Studierenden aus dem Bereich Industrie-Design der OTH (vormals Fachhochschule Regensburg). Es handelt sich zwar nicht um die erste Design-Ausstellung des Galeristen Bernhard Löffler; beispielsweise konnte er kürzlich eine schöne Serie von Lampen aus der Bauhaus-Ära präsentieren. Doch bei der aktuellen Schau geht es nicht um neue Formen von Gegenständen mit bereits etabliertem Verwendungszweck, etwa um ein neues Design für die altbekannte Kaffeemaschine – sondern um die Entwicklung neuer Anwendungen durch die (Um-)Gestaltung bestimmter Materialien.

Beginnen wir mit den beiden Präsentationen, deren funktionale Attraktivität sich vor allem aus der Geradlinigkeit und zugleich dem Raffinement des zugrundeliegenden Konzepts ergibt. Laura Wittmann hat in Zusammenarbeit mit einer großen regionalen Firma, die mit Flaschen aller Art und ihren Verschlüssen international reüssiert, die Origami-Kunst des Faltens zweckentfremdet. Die Entwicklungs-Aufgabe bestand darin, einer Oberfläche, in diesem Fall der Plastik-Flasche, Funktionen zu verleihen, ohne dafür Zusatzmaterialien zu benötigen. Allein die jeweilige Strukturierung der Oberfläche, hier durch mehrfache Knickung, formt andere Körper mit anderen Funktionen. So geht es etwa darum, eine Flasche zugleich möglichst stabil und flexibel zu machen, damit sie möglichst wenig Platz bei Transport und Lagerung einnimmt.

Laub findet eine neue Verwendung

Konstantin Beitsch denkt ökologisch: Wie man Abfallprodukte der Natur, zum Beispiel Laub, sinnvoll wiederverwenden, also umwandeln und anstelle von Produkten aus Holz verwenden kann, und zwar unter Zuhilfenahme eines Bindemittels. Einige Muster des neuen Materials verdeutlichen in ansprechenden, fein strukturierten Naturfarben die optische Wirkung. Auch die Papiermodelle für Knick-Flaschen von Laura Wittmann wirken, nebeneinander präsentiert, optisch recht anmutig. Der reine Designaspekt, auch er kommt also in der Ausstellung zur Geltung.

Die Ausstellung der Galerie konstantin b. (Am Brixener Hof) ist bis 28. Februar zu sehen.
Die Ausstellung der Galerie konstantin b. (Am Brixener Hof) ist bis 28. Februar zu sehen. Foto: Löffler

Das gilt auch für die Präsentation eines Haarföhns, den Simon Budich in seine Einzelteile zerlegt hat und der als vielteiliges Wandobjekt seinen Reiz entfaltet. Im Endeffekt aber sollen die Einzelteile in andere Gegenstände einbaubar sein, die in Teilen defekt sind. Eine schöne Idee – nur: Ob sie im Sinn der Hersteller ist, die möglichst oft und viel Neues verkaufen wollen?

Ina Turinsky denkt um Ecken, nicht zuerst an Effektivität und Optimierung, im Gegenteil. Zum Beispiel greift sie auf, dass es manchen von uns schwerfällt, pünktlich zu sein Und wir deshalb die Uhr oft vorstellen, um uns selber auszutricksen und unsere Unpünktlichkeit auszugleichen. Nun hat sie Uhrzifferblätter gestaltet, die diesen Dehnraum der Zeit optisch enthalten. Eine witzige Geschichte.

Die Ausstellung der Galerie konstantin b. (Am Brixener Hof) läuft bis 28. Februar: Freitag, 16 bis 21 Uhr.

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