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Vokalmusik

Perfektion aus der Neuen Welt

Den vier Sängern der New York Polyphony gelingt in der Minoritenkirche eine Sternstunde der diesjährigen Tage Alter Musik.
Von Andreas Meixner, MZ

Aus dem Big Apple kam ein Glanzlicht der diesjährigen Tage Alter Musik: Die Sänger der New York Polyphony boten in der Minoritenkirche eine schlicht perfekte Vorstellung.
Aus dem Big Apple kam ein Glanzlicht der diesjährigen Tage Alter Musik: Die Sänger der New York Polyphony boten in der Minoritenkirche eine schlicht perfekte Vorstellung. Foto: altrofoto.de

Regensburg. Es ist wohl ein Rest mitteleuropäischer Arroganz, wenn man bei Ensembles aus Übersee kurz zuckt und zweifelt: Können vier Männer unter dem Namen New York Polyphony eine lupenreine und stilechte Interpretation altpolyphoner Vokalmusik bieten? Sie können.

Kraftvoll und dabei elegant

Schon der kurze Marienhymnus „Regina caeli“ von Francisco Guerrero zeigt die Klasse, in der sich das Konzert am Pfingstmontag in der Minoritenkirche unter dem Titel „O quam gloriosum“ bewegt. Craig Phillips (Bass) und Christopher Dylan Herbert (Bariton) grundieren kraftvoll, bleiben aber im gemeinsamen Puls mit Geoffrey Williams (Countertenor) und Steven Caldicott Wilson (Tenor) flexibel und schlank in der Phrasierung. Der Jubelgesang „Gaudent in coelis“ von Tomás Luis de Victoria trägt alle Freude in sich, die solche Musik ausmachen kann. Dabei lassen die Sänger dem alla-breve-Puls seinen Lauf, geben in der Schlussphrase kaum nach und stellen den Schlussakkord klar und prägnant in den Raum, bis er im großen Kirchenschiffs vollends verklingt.

Nie zu laut oder zu statisch

Das gilt auch für die Gestaltung der Messe „O quam gloriosum“ des selben Meisters. Die Textgestaltung wird nun plastischer, im organischen Miteinander steigern sich die vier Sänger auf die inhaltlichen Höhepunkte zu, entspannen im Nachklang und entgehen stilsicher der Gefahr, im Gesamteindruck laut und statisch zu werden. Palestrinas „Gaudent in coelis“ gelingt deshalb ebenso superb wie zum Ende die „Lamentationes“ von Francisco de Penalosa. Alte Vokalmusik in Perfektion – aus New York!

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