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Konzert

Pfiffige, jugendliche Musizierlust

Hindemith und Mozart: Die Saison beim neu aufgestellten Musikverein Regensburg begann verheißungsvoll: Das canorusquintett erhielt reichlich Applaus.
Von Gerhard Dietel, MZ

canorusquintett bestritt das erste Konzert der neuen Musikverein-Saison.

Regensburg. Der Pausen-Sekt ist frei: mit ihm dürfen die Konzertbesucher auf den Beginn der neuen Saison des altehrwürdigen Regensburger Musikvereins anstoßen und auf einen damit verbundenen Wechsel. Noch bevor die ersten Töne erklingen, verabschiedet Dietrich Scheible, der neue Vorsitzende, seinen aus dem Amt scheidenden Vorgänger Ulrich Rössler und dankt ihm wie dessen ebenso engagiert mitarbeitender Gattin für ein sechs Jahre währendes erfolgreiches Wirken.

Frischer Wind herrscht nun nicht nur auf Vorstandsebene, ihn bringen auch die fünf jungen Bläser mit, die das Auftaktkonzert im Saal des Vielberth-Gebäudes der Universität gestalten. Viel jugendliche Musizierlust entwickeln Maximilian Randlinger (Flöte), Christoph Schneider (Klarinette), Friedrich Müller (Horn) und Hakan Isiklilar (Fagott) vom canorusquintett. So homogen musizieren sie zusammen mit der geschmeidig sich einfügenden Oboistin Margret Schröder, dass man gar nicht merkt, dass diese nicht zur Stammbesetzung des Ensembles gehört und die verhinderte Leonie Dessauer vertritt.

Auch die Musiker müssen schmunzeln

Canorus: Mit wohlklingend, melodisch oder helltönend könnte man die lateinische Vokabel eindeutschen. Die genannten Klangqualitäten sind im Spiel der fünf Musiker sehr wohl zu spüren, wenn auch andere Attribute in den Vordergrund treten, als Hindemiths „Kleine Kammermusik“ oder das Bläserquintett Nr. 1 von Jean Francaix ertönt: Da hat dann ebenso das Pfiffige und Freche seinen Platz, das unbekümmert Musikantische und Parodistische. In flottem Marschtritt formieren sich die Instrumente hier oder scheinen in slapstickhafter Manier ihre eigenen Wege zu gehen. Und wenn ein toller Tonwirbel ohne jedes Ritardando ungebremst gleichsam an die Wand gefahren wird, lacht nicht nur das Publikum: Die fünf auf dem Podium müssen mitschmunzeln.

Umrahmt werden die Kompositionen des 20. Jahrhunderts von Werken Mozarts – allesamt zwar nicht im Original für Bläserquintett bestimmt, doch geschickt dafür arrangiert. Feierliche Klänge eröffnen die „Zauberflöten“-Ouvertüre, die danach in ihrem Allegro-Teil ganz leicht und luftig erklingt, aber auch mit keckeren Tönen im Durchführungs-Abschnitt auftrumpft. Gar nicht mechanisch wirkt später Mozarts eigentlich für eine Orgelwalze bestimmte f-Moll-Fantasie, sondern erscheint in einer gelungenen Kombination aus Empfindsamkeit, Spielfreude und polyphoner Kunst.

Serenade als emotionaler Höhepunkt

Den emotionalen Höhepunkt des Konzerts bildet schließlich die c-Moll-Serenade KV 388: angesiedelt zwischen dunklem Schmerzenston und ganz licht-entrückten Es-Dur- Passagen, zwischen dringlich akzentuierter Klangrede und entspannteren, tänzerisch bewegten Abschnitten. Anhaltender Applaus folgt der Darbietung, begleitet von der Hoffnung, dass dem verheißungsvollen Beginn eine ebenso niveauvolle Saison folgen möge.

Das nächste Konzert findet am Samstag, 25. Oktober, um 19.30 Uhr im Hörsaal H24, Universitätsstraße statt. Es gastieren Severin von Eckardstein and Friends, u.a. mit Nils Mönkemeyer

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