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Regensburg

Pop-Art-Pionier James Gill in der Galerie Art Affair

Als Andy Warhol seine ikonischen Siebdrucke von Marilyn Monroe schuf, konnte er schon bei einem jüngeren Kollegen abschauen und sich von James Francis Gills Monroe-Bild „Marilyn Triptych“ inspirieren lassen.
Von Michael Scheiner

Der Künstler James Francis Gill zeigt ab 11. Oktober seine Werke in Regensburg. Foto: Alexander Heinl/dpa
Der Künstler James Francis Gill zeigt ab 11. Oktober seine Werke in Regensburg. Foto: Alexander Heinl/dpa

Regensburg.Dieses dreiteilige Werk des in Los Angeles lebenden Texaners kam nämlich 1962 als Schenkung in die Sammlung des MoMA, des Museum of Modern Art, in New York. Gut möglich, dass Warhol es dort gesehen hat. Gill selbst jedenfalls kannte Warhols Suppendosen-Bilder von Campbell’s, mochte diese aber nicht.

Über den Coup mit dem MoMA erfuhr Gill erstmals internationale Aufmerksamkeit. Somit erlebte er in den revolutionären 1960er Jahren seinen Durchbruch. Nach dem Marilyn-Triptych folgten weitere Starportraits von Bob Dylan, Liz Taylor, Grace Kelly und Paul Newman. James Francis Gill wurde für seine speziellen Maltechniken gefeiert und gilt neben Roy Lichtenstein, Warhol und anderen als Mitbegründer der Pop Art.

In seinen aktuellen Arbeiten verfremdet Gill die Kunst der Ikonographie auf einzigartige Weise mit starken Farbkontrasten. Zu seinen Motiven gehören wieder klassische Ikonen und Helden wie Jim Morrison, John Wayne oder Queen Elizabeth. Der Schriftsteller William Inge charakterisierte diese: „Die Gemälde von James Gill sind so aktuell wie die Morgenzeitung, aber das Wichtigste, aber was wir in diesen Gemälden entdecken – was die Zeitung übersieht – ist ein intimer Blick auf die Personen, die in diesen Titelstorys die Hauptrolle spielen.“

Gills Spätwerk ist polychrom und optimistisch. Das Gefühl für Farbe und Form hat an Komplexität gewonnen und sein Verlangen, Porträt und Abstraktion zu vereinen, bewegt ihn zu Bildraum füllenden Kompositionen. Nachdem er auch seine Lust am Experimentieren nie verloren hat, entwickelte Gill eine neue Technik. Er nennt sie Metamagen. Dieses Kunstwort drückt die Transformation des Bildes aus. In der Mitte der 60er Jahre waren seine Arbeiten noch zum großen Teil politisch motiviert. Sie sind kritisch und entsprechen vom Stil her sowie auch in ihren Aussagen der stark politisierten Zeit. Geprägt vom Amerika der 1960er und 70er Jahre lassen sich James Gills Werke durchaus mit denen anderer Zeitgenossen vergleichen.

Im Jahr 1967 stellte William Seitz, Kurator des MoMA, eine umfangreiche Ausstellung mit den 20 besten jungen Malern seines Landes zusammen. Es war der amerikanische Beitrag zur Biennale Sao Paulo 9. Unter dem Namen „Environment USA: 1957-1967“ wurden Werke von James Gill und anderen heute weltberühmten Künstlern wie Jasper Johns und Claes Oldenburg präsentiert. Am Freitag, 11. Oktober, eröffnet in der Galerie Art Affair in Regensburg die Ausstellung „Pop Art“ mit Arbeiten des berühmten Texaners. Eine Einführung ins Werk gibt Ted Bauer, James Francis Gill selbst ist persönlich bei der Eröffnung dabei. (mic)

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