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Austellung

Raffinierte und durchdachte Stücke

Die Regensburger Galerie für Schmuckkunst zeigt Werke junger Künstlerinnen, die eine große Vielfalt an Ideen beweisen.
Von Claudia Böckel

Die Ausstellung zeigt Kunstwerke mit frischen Ideen. Foto: Böckel
Die Ausstellung zeigt Kunstwerke mit frischen Ideen. Foto: Böckel

Regensburg.Neuen Schmuck von jungen Schmuckmacherinnen zeigt die erste Ausstellung in der Galerie für Schmuckkunst nach dem Tod von Brigitte Berndt. Die tödlich verunglückte Galeristin hatte die junge Goldschmiedin Hannah Rembeck noch selbst angestellt. Nun leitet diese die Schmuckgalerie und ist für die Ausstellung mit sieben Goldschmiedinnen verantwortlich.

Alle sieben, auch Hannah Rembeck selbst, haben 2017 ihren Abschluss an der Berufsfachschule für Glas und Schmuck in Kaufbeuren Neugablonz gemacht, einer Schule, die viel Gestaltungsunterricht anbietet und viele Freiheiten gewährt. So sind denn auch die Positionen der Schmuckmacherinnen völlig unterschiedlich. Einige zeigen unter anderem auch ihre Gesellenstücke, die sie so wertschätzen, dass sie sie noch nie selbst getragen haben, wie Sabrina Schwemmer ihre aus gefalteten, beweglichen Silberblechelementen zusammengesetzte Brosche, die es aber auch in anderen Farbvarianten gibt. Auch Melina Mößmer hat die silberne Espressokanne noch nie zur Herstellung ihres Kaffees benutzt. Von ihr gibt es auch ein Silberbesteck, andere edle Tischgerätschaften und eine Haarspange. Sabine Lederer arbeitet mit Titan, Stahl und Plexiglas, formt Armreifen, die wie Hochräder aussehen und faltet Ohrringe, die sie „Träumer“ oder „Faules Blech“ nennt. Von Pauline Jordan sieht man filigrane, oft geknickte Ohrgehänge und zarte Blütenbroschen. Luisa Reichert macht kleine, feine Dinge, aber auch ein Set aus Armband und langer Gliederkette, das bereits am Eröffnungsabend über den Ladentisch ging. Anja Hölzle arbeitet, wie passend, mit Holz. Sie fertigt kleine Häuschen, als Ohrringe oder Anstecker, kombiniert mit Stahlplättchen, mal flach, mal deutlich dreidimensional, schön zum Anfassen und zum Anschauen. Von Hannah Rembeck gibt es Colliers und Ringe aus Silberplättchen, in verschiedenen Farbvarianten, direkt aus dem Feuer, wie sie sagt. Diese Plättchen, mal Blau schimmernd, mal bräunlich, mal geschwärzt, stanzt sie vor und näht sie dann mit dünnen, ebenfalls farbigen Nylonfäden zusammen. Einem unscheinbaren dünnen Silberringlein gibt sie auf sublime Art rasante Dreidimensionalität und Mehransichtigkeit, indem sie eine zweite Ringform obendrauf setzt.

Die Arbeiten der Künstlerinnen sind nicht so progressiv und frech wie beispielsweise Brigitte Berndts Knochenringe mit Plastikfüllung, aber sie sind frisch, durchdacht und raffiniert.

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