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Reiseführer

Richard Wagner, der ewig Rastlose

Ein neuer Band aus dem Regensburger ConBrio-Verlag dokumentiert die Aufenthaltsorte des berühmten Komponisten.
Von Gerhard Dietel

Das Cover des Reiseführers aus dem Regensburger Verlag Foto: ConBrio
Das Cover des Reiseführers aus dem Regensburger Verlag Foto: ConBrio

Regensburg.„Wandrer heißt mich die Welt“: so singt Gott Wotan, nachdem er der Macht entsagt hat, im zweiten Aufzug von Richard Wagners „Siegfried“. Ein solcher „Wandrer“ war Richard Wagner auch selbst: aus Neugier und Ruhelosigkeit freiwillig reisend oder gezwungen, die Flucht vor seinen Gläubigern zu ergreifen. Zahlreiche nützliche persönliche Kontakte ergaben sich für Wagner in der Fremde, und auch manche Inspirationen für sein Werk holte er sich dort: so flossen die Erlebnisse bei der stürmischen Schiffsüberfahrt von Riga nach London in seinen „Fliegenden Holländer“ ein, oder er entdeckte im italienischen Ravello ein Vorbild für Klingsors Zaubergarten im „Parsifal“.

Oper

Bayreuth spielt mit den Realitätsebenen

Kayfabe bei der Premiere der Festspiele mit Richard Wagners „Tannhäuser“: Auch draußen geht das Spiel weiter.

„Wandrer heißt mich die Welt“: mit diesem Zitat ist ein opulent ausgestatteter Text- und Bildband betitelt, der sich „auf Richard Wagners Spuren durch Europa“ bewegt, und soeben im Regensburger Verlag ConBrio erschienen ist. Was das Autorenteam, bestehend aus dem Musikwissenschaftler Markus Kiesel, dem Designer Joachim Mildner und dem Kunstgeschichtler Dietmar Schuth dem Leser bietet, ist eine alternative Biographie Wagners: einmal nicht chronologisch erzählt, sondern als nach Ländern gegliederter bunter Teppich längerer Lebensstationen und flüchtiger Aufenthalte zusammengesetzt.

Zu Fuß, mit Kutsche, Schiff oder Eisenbahn

Es ist erstaunlich, wie weit Wagner sich bei den begrenzten Verkehrsmöglichkeiten der damaligen Zeit bewegt hat, ob zu Fuß, mit Kutsche, Schiff oder später auch Eisenbahn. Über 200 Orte mit 500 Adressen in 15 Nationen haben die Autoren bei ihren Recherchen ausfindig gemacht und teils selbst bereist. Von Sizilien im Süden bis nach Oslo im Norden reichen die Stationen des „reisenden Weltbürgers“ Wagner, von Bordeaux als westlichstem Ort bis ins Baltikum und nach Russland. Über Europa kam Wagner freilich nicht hinaus, auch wenn er einmal über ein Auswandern in die USA zumindest nachdachte.

Kultur

Wagner als großer Egomane dargestellt

Im dritten Jahr sorgt Koskys „Meistersinger von Nürnberg“ auf dem Bayreuther Festspielhügel für ungebrochene Begeisterung.

Selbstverständlich überwiegen deutsche Städte im Ortsregister. Sucht man hier nach dem Stichwort „Regensburg“, so wird man tatsächlich fündig. Gemeinsam mit Gattin Cosima musste Wagner auf der Rückreise von Wien nach Bayreuth im Jahre 1875 in Regensburg Zwangsstation machen. Die Zeit bis zum Zuganschluss überbrückte er mit einer Besichtigung der Stadt und einem Ausflug zur Walhalla, worüber Cosima lapidar vermerkte: „Der Dom macht einen großen Eindruck, allein das Walhall einen sehr geringen“.

Musik

Richard Wagners letzte Enkelin ist tot

Ihre Brüder machten Karriere. Verena Lafferentz-Wagner hielt sich im Hintergrund, war aber Wagnerianern wohlbekannt.

Der Titel des Bandes ist „Wandrer heißt mich die Welt, Auf Richard Wagners Spuren durch Europa“. Das Buch umfasst 272 Seiten, enthält über 800 farbige Fotos und Abbildungen und kostet 54 Euro.

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