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Theater

Rockige Zeitreise mit teuflischen Sounds

Am Samstag hat „Jenseits von St. Emmeram“ in Regensburg Premiere. Gerwin Eisenhauer und seine Band lassen es krachen.
Von Susanne Wiedamann

Szene aus
Szene aus "Jenseits von St. Emmeram" mit Kristóf Gellén, Steffi Denk, Robert Herrmanns, Thomas Weber und Michael Haake (von links) und im Hintergrund die Band. Foto: Jochen Klenk

Regensburg.Gerwin Eisenhauer ist sehr gespannt. Es sind nur mehr ein paar Stunden bis zur Premiere seines jüngsten Theaterstreichs, Marc Beckers Rockrevue „Jenseits von St. Emmeram“, am Samstagabend. Der Plot ist diesmal nicht aus seiner Feder, dafür haben er und seine Band der Geschichte rund um den Nachfahr des Erbauers der Steinernen Brücke, Steini, und den Teufel, der alte Schulden eintreiben will, fetzige Sounds auf den Leib geschneidert.

Treff mit Androiden-Bands

„Im Gegensatz zu dem Stück ,Der Sommernachtsalbtraum auf St. Emmeram‘ ist das neue Stück eine Art Zeitreise mit Blick in die Vergangenheit und in die Zukunft“, sagt Eisenhauer im Interview mit mittelbayerische.de. In diesem Rahmen werde nicht nur erzählt, warum Elvis nie in Regensburg auftrat. Man erfährt auch Visionäres, wie das Aufkommen von Androiden-Bands in der Nach-Spotify-Ära.

Sehen Sie hier den Trailer des Stückes:

Für die schnellen Szenen- und Zeitwechsel hat der Drummer, Arrangeur und Komponist unterschiedlichste Musik ausgesucht, vom Deutschen Schlager aus Conny Froboess‘ Jugend über Beethoven, Rolling Stones, Rammstein, Salsa und Heavy Metal bis hin zu Hip-Hop. Zusammen mit Keyboarder Bernd Meyer hat er die Stücke umarrangiert. „Es geht musikalisch sehr bunt zu“, sagt Gerwin Eisenhauer, und der Geschichte gemäß mit Stücken wie „Sympathie for the devil“ von den Stones entsprechend teuflisch.

„Paradies City“ Regensburg

Gerwin Eisenhauer hat die Musik für die Rock-Revue „Jenseits von St. Emmeram“ arrangiert. Foto: Zrenner-Wolkenstein
Gerwin Eisenhauer hat die Musik für die Rock-Revue „Jenseits von St. Emmeram“ arrangiert. Foto: Zrenner-Wolkenstein

„Mein musikalisches Highlight ist, wenn wir als Band der Zukunft so spielen wie ein lebendiger Plattenspieler, bzw. als wäre der CD-Player kaputt. Das war eine große Herausforderung.“ Als extrem spannend empfindet der Regensburger Musiker auch die Bandbreite und die Kunst, von einer musikalischen Stilrichtung in eine andere umzuschalten. Die Musik unterstreicht mal die Handlung, mal ist sie ein Gegenpart zum Geschehen auf der Bühne, mal karikiert sie geschickt das Dargestellte. Wenn „Paradise City“ von Guns n‘ Roses mit Blick auf Regensburg ertönt, kann sich Eisenhauer köstlich amüsieren.

Das Stück

  • Jenseits von St. Emmeram:

    In der Rockrevue von Marc Becker geht es um die Folgen des fabelhaften Wettstreits des Dombauers und des Erbauers der Steinernen Brücke. Jahrhunderte später fordert der Teufel (Kristóf Gellén) vom Ururururururururhochzweigroßenkel des Brückenbaumeisters von 1135, Hans Steiner, Schulden ein.

  • Uraufführung:

    2020 feiert die Steinerne Brücke in „Jenseits von St. Emmeram“ das 885. Brückenjubiläum. Die Premiere und Uraufführung des Stücks ist am Samstag, 8. Februar, 19.30 Uhr im Regensburger Velodrom. Sie ist ausverkauft. Karten für die nächsten Aufführungen gibt es unter Telefon (09 41) 507 24 24.

Während der Proben haben er und seine Musiker noch etliche Anpassungen vorgenommen. Die Arbeit hat Eisenhauer riesigen Spaß gemacht, zum Beispiel die Zusammenarbeit mit den Tänzern Amalia Darie (auch Choreografie), Sophia Friedl, Roshi Gurung und Jonas Dürrbeck, die durch die Szenen wirbeln. Die Sänger Steffi Denk und Markus Engelstädter sind auch wieder mit von der Partie. „Das sind einfach Ausnahmevokalisten. Markus klingt in einem Stück wie Freddie Mercury, in einem anderen wie Brian Johnson von AC/DC, Steffi singt plötzlich wie Madonna.“

Zu laut wird‘s kaum

Die Band mit Uli Zrenner-Wolkenstein am Bass, Bernd Meyer (Keyboards und Soundscapes), Martin Jungmayer (Saxophon), Andreas Blüml (Gitarre) und Eisenhauer selbst an den Drums lassen es unterstützt von Sounddesigner Mario Sütel richtig krachen. Dass es bei der Premiere am Samstag, 8. Februar, um 19.30 Uhr im Velodrom jemandem zu laut wird, befürchtet Eisenhauer nicht. „Der normale AC/DC-Fan ist jetzt 65 und Lautstärke gewohnt.“ Schlimmer wäre es, wenn die Zuschauer rausgingen und sagten: „Das hat gar nicht richtig gerockt“, sagt der Schlagzeuger. Aber da sind Gerwin Eisenhauer, seine Band und der Teufel vor.

Kultur

Teuflische Regensburger Rock-Revue

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