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Musik

Roland Büchner im Dom verabschiedet

25 Jahre stand der Kapellmeister im Dienst der Domspatzen – die jubelten ihm nach seinem letzten Auftritt zum Abschied zu.
Von Andreas Meixner

Domkapellmeister Roland Büchner dirigierte ein letztes Mal im Dom seine Regensburger Domspatzen. Foto: Michael Vogl
Domkapellmeister Roland Büchner dirigierte ein letztes Mal im Dom seine Regensburger Domspatzen. Foto: Michael Vogl

Regensburg.Am Ende stehen die Domspatzen Spalier für ihren scheidenden Domkapellmeister und jubeln ihm lauthals zu. Kein Zweifel, er wird bis in den letzten Tag hinein von allen geliebt. Roland Büchner ist nun endgültig offiziell verabschiedet, seine Ära ist zu Ende. Vorangegangen war ein festliches Pontifikalamt im Regensburger Dom als letzter Glanzpunkt in 25 Jahren im Dienste der Regensburger Domspatzen. Eine Ehre, die nur wenigen zuteilwird.

Der Dom ist prall gefüllt mit Freunden und Weggefährten, ehemaligen Domspatzen und vielen Regensburgern, die ein letztes Mal den Domkapellmeister der Herzen erleben wollen. Junge Domspatzen übernehmen den Altardienst, gut 200 singen mit ihm und für ihn. Es ist ein Fest der Großfamilie der Domspatzen. Auch selten: Mit dem ehemaligen, mittlerweile 95-jährigen Domkapellmeister Georg Ratzinger und dem zukünftigen Leiter Christian Heiß sind gleich drei Domkapellmeister zugegen.

Missa Papae Marcelli als letztes Werk

So groß der Rahmen auch ist, Büchner bleibt ganz bei sich. Als letztes Werk, das er im Dom dirigiert, wählt er die Missa Papae Marcelli von Giovanni Perluigi da Palestrina. Musik, die wie keine andere für die Tradition der Domspatzen steht. Musik, die wie kaum eine andere ihm persönlich nahesteht. Genauso auch das achtstimmige Laudate Dominum von Palestrina, sowie zum Schluss das schlichte Segenslied von Carl Thiel. Kräftig lässt er seine Buben singen, nicht die Wehmut, sondern die Freude und der Dank sollen es sein, die den Raum in diesen letzten Augenblicken als amtierender Leiter erfüllt.

Domorganist Franz-Josef Stoiber greift kräftig in die Tasten der Domorgel, erweist auf seine persönliche virtuose Weise dem langjährigen Kollegen seine musikalische Referenz. Bischof Rudolf Voderholzer spart in seiner Predigt nicht mit Dank, verweist noch einmal auf die besondere Bedeutung der Kirchenmusik für das christliche Leben und blickt zurück auf große Momente. Da gehören die Konzerte in Rom vor Papst Benedikt sicherlich dazu. Ihn selbst bewegt bis heute die gemeinsame Pilgerreise ins Heilige Land im vergangenen Jahr. Der Bischof und der Domkapellmeister: Sie waren ein gutes Gespann in vielen Belangen.

Leidenschaft und Warmherzigkeit gelobt

Beim späteren Festakt im Wolfgangssaal der Regensburger Domspatzen verweisen die Laudatoren wie Domprobst Franz Frühmorgen auf die herausragenden künstlerischen Qualitäten des Domkapellmeisters, die jedoch untrennbar mit seiner Warmherzigkeit und Leidenschaft einhergehen. Professor Ulrich Hommes, Ehrenmitglied im Domchorverein, bescheinigte in seinem Festvortrag dem scheidenden Domkapellmeister eine herausragende Leistung bei der Pflege und Fortführung der Regensburger Musiktradition.

Die Domspatzen gestalten die Feier, singen ihm neben Musik von Johann Sebastian Bach und Hans Lang zuletzt Felix Mendelssohn Bartholdys Domspatzenklassiker „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“. Was kann zum Schluss auch anderes stehen als genau dieser letzte musikalische Gruß und Dank an ihn?

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