mz_logo

Kultur
Mittwoch, 23. Mai 2018 26° 8

Festival

Roter Fächer als Leitfaden

„Cinescultura“ stellt heuer kulturschaffende Frauen in den Mittelpunkt. Eine Flamencokünstlerin soll zum Start begeistern.
Von Michael Scheiner

Festivalleiter Pedro Àlvarez Olaneta und Dr. Antonia Kienberger halten die Fächer mit Hashtag „masmujeres“, mehr Frauen, in der Hand.Foto: Scheiner

Regensburg.2017 hatten sie mit dem Auftritt von Rosalia & Refree einen Coup gelandet: Wenige Wochen nach dem ersten Auftritt des Duos außerhalb Spaniens wurde deren Album für einen Grammy nominiert. Nachfolgende Konzerte gerieten zu begeistert gefeierten Events. Heuer würden die Festivalorganisatoren von „Cinescultura“ dieses Meisterstück gern wiederholen. „Innovation und Eleganz“ versprechen Pedro Àlvarez Olaneta und Dr. Antonia Kienberger beim Auftritt der Komponistin und Sängerin Miriam Méndez im Leeren Beutel.

Erstmals hat sie mit ihrem preisgekrönten Projekt „Bach por Flamenco“ klassische Musik mit der traditionellen Musik Spaniens in einer Symbiose verschmolzen. „Die neue Nina Simone des Flamenco“, wie die französische Tageszeitung Le Figaro die Musikerin voller Bewunderung bezeichnet, gastiert mit zwei Instrumentalisten am Samstag, 28. April (20.30 Uhr) beim Jazzclub. Zuvor wird das Festival, das heuer bereits die elfte Auflage erlebt, im Beisein von Ehrengästen mit Redebeiträgen und einem, von Olaneta geheimnisvoll als „spannendes Mikrokonzert“ angekündigten musikalischen Ereignis offiziell (19.15 Uhr) eröffnet.

Die ersten Filme laufen schon am Vorabend in der Filmgalerie, die wie Jazzclub, Stadtbücherei, Bodega und einige andere zu den Partnern dieses deutschlandweit einzigartigen Events gehören. Zeitgleich findet im Ostentor-Kino eine Warm-up-Party mit Filmen und Musik unter dem Motto „Jenseits von Gut und Böse“ statt. Bis zum 6. Mai gibt es mit Kurz- und Langfilmen und mehreren Ausstellungen an verschiedenen Orten weiter. Wobei einige der Ausstellungen deutlich länger laufen oder erst im Juni, in einer Art zweitem Anlauf beginnen.

Idee entstand lange vor „Me Too“

Für das umfangreiche Filmprogramm, das den Kern des engagierten Programms zur spanischsprachigen Kultur ausmacht, haben sich Olaneta und sein Team von Studierenden neue Akzente ausgedacht. Standen bislang jedes Jahr eine andere spanische Region und ein südamerikanisches Land im Zentrum, dreht sich heuer alles um kulturschaffende Frauen. „#masmujeres“, also „mehr Frauen“, nennt sich der Hashtag, der das Programm durchzieht und an einem roten Fächer zu erkennen ist. „Prima Donna“ ist einer der beiden Schwerpunkte, hier werden neue Produktionen von Regisseurinnen wie Isabel Coixet, „The Bookshop“, und Helena de Llanos, „die Hälfte von allem“, als Deutschland-Premieren vorgestellt. Das ist insofern bemerkenswert, weil sich das Organisationsteam bereits lange vor dem Lauffeuer der weltweiten „Me-too“-Debatte Gedanken gemacht hat, den Fokus auf das Medienschaffen von Frauen zu legen.

Das hob Olaneta bei der Vorstellung des Festivalprogramms im Hotel Maximilian hervor. „Kultur ist der Präskriptor für die Gesellschaft und aktuelle Entwicklungen“ verwies er auf die Anfänge von „Cinescultura“, wo damals schon drei Viertel aller vorgestellten Filme von Frauen gemacht worden waren. Kommen bei „Prima Donna“ ausschließlich weibliche Filmschaffende mit aktuellen Produktionen zum Zug, sind es bei „Opera Prima“ Erstlingswerke noch unbekannter Künstler.

Doppel-Feature am 1. Mai

Dazu zählen „La mano invisible“, die unsichtbare Hand, eine Parabel über die Absurditäten der heutigen Arbeitswelt von David Macián und „La Punta del iceberg“, die Spitze des Eisbergs, ein knüppelharter Thriller über die dunkle Seite der Arbeit von David Cánovas. Die Filme werden als Doppel-Feature am Tag der Arbeit, also am 1. Mai, in der Filmgalerie gezeigt und sollen entsprechende Diskussionen befeuern. Die Kurzfilme, unter welchen auch wieder ein Preis durch eine Fachjury vergeben wird, sind im Rahmen von Seminaren wieder alle von Studierenden untertitelt worden.

Vier Ausstellungen sind Teil des Rahmenprogramms, wobei „Erzähl mir keine Märchen“ der katalanischen Desginer von Kukuxumusu in der Stadtbücherei die witzigste, boshafteste und originellste ist. Vor der Eröffnungsfeier startet am Montag im DEZ die Fotoausstellung „Faszinierendes Galicien“ und im Juni stellt der Künstler Juan Fernando de Laiglesia „Die Struktur des Planeten: Wasser, Erde, Feuer, Luft“ als begehbare Installation im Artspace Erdel am Fischmarkt vor.

Weitere Nachrichten aus dem Resort Kultur lesen Sie hier!

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht