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Abschied

Ruhestand nach jazzigen Zeiten

Pia Gruber und Peter Ainöder waren Schlüsselfiguren im Team des Bayerischen Jazzweekends. Nun hören sie auf.
Von Sylke Merbold, Intendantin des Jazzweekends

  • „Kulturreferenten haben für eine begrenzte Zeit das Sagen, aber der Peter Ainöder, der weiß, wie es läuft – und der bleibt“, sagte einst Richard Wiedamann, der Gründer des Bayerischen Jazzweekends, über den Cheflogistiker der Stadt. Foto: Bayerisches Jazzinstitut
  • Pia Gruber ist eine kompetente Quelle rund um den Jazz in Bayern. Foto: Bayerisches Jazzinstitut

Regensburg.Hinter den Kulissen müssen viele Köpfe und Hände zusammenwirken, damit ein Fest wie das Bayerische Jazzweekend seine ganze Wirkung entfalten kann. In diesem Jahr verabschieden sich zwei Schlüsselfiguren: Peter Ainöder, der Herr über die Logistik der Stadt Regensburg und Pia Gruber, die beim Bayerischen Rundfunk für den reibungslosen Ablauf sorgt.

Der Netzwerker der Stadt

Peter Ainöder hat das Bayerische Jazzweekend von Anfang an begleitet. Tatkräftig hat er an dessen Metamorphose vom Amateur-Musikfest, das die Menschen in die damals neu gestaltete Innenstadt rund um den Haidplatz ziehen sollte, hin zur internationalen Plattform für herausragende Jazzprojekte mitgearbeitet. So manchen Musiker brachte er mit sympathischem Oberpfälzer Dialekt in die Spur, wenn es galt, fern der Heimat bei Problemen zu improvisieren. Von der Bühnenplanung über die Sicherheitsmaßnahmen bis zu den Versorgungsständen für Zehntausende Besucher liefen die Fäden bei ihm zusammen.

Wenn Richard Wiedamann, der 2011 verstorbene Gründer des Bayerischen Jazzweekends, seine Rolle im System beschrieb, variierte er immer ein Motiv: „Kulturreferenten haben für eine begrenzte Zeit das Sagen, aber der Peter Ainöder, der weiß, wie es läuft – und der bleibt.“ Eine Mischung aus gegenseitigem Vertrauen und Respekt festigten ein Netzwerk, das er über Jahrzehnte pflegte, und das ihn in kritischen Situationen tatkräftig unterstützte. Er war einer, der Verantwortung nicht nur delegierte, sondern auch ganz bewusst übernahm. Die hohe Kunst, in turbulenten Zeiten den Überblick zu wahren, und dabei auch noch den Humor zu behalten, wird jetzt seiner Familie zu Gute kommen. Sein zufriedenes Nicken, wenn mit den drei Konzerten im Gewerbepark Regensburg das Fest Fahrt aufnahm, wird fehlen. Genauso wie sein Lächeln am Sonntagabend, wenn gemeinsam wieder ein positives Resümee zu einer echten Gemeinschaftsanstrengung gezogen werden konnte.

Bis die Mikrophone mit dem BR-Logo alljährlich auf der Bühne des Thon-Dittmer-Palais stehen und die Moderatoren die herausragenden Leistungen der Musiker würdigen können, ist eine gewaltige Logistik gefragt. Von der Reiseplanung über die Organisation des Übertragungswagens, der Aufbereitung der Informationen zum Programm, bis hin zur sorgfältigen Archivierung jedes einzelnen Songs, damit das Material im gewaltigen Archiv wieder gefunden werden kann, verbirgt der schlichte Begriff „Programmassistenz“ eine breit gefächerte Aufgabe.

Charmante Logistik-Chefin

Beim Bayerischen Jazzweekend trug dafür seit 2009 Pia Gruber die Verantwortung. Die Freude, mit der sie ihre Aufgaben erfüllte, machte sie hinter den Kulissen zu einer unterhaltsamen Ansprechpartnerin und zu einer kompetenten Quelle rund um den Jazz in Bayern. Wenn sie nach drei Tagen konzentrierter Arbeit als Rückmeldung von einer „fetten Ausbeute“ sprach, war das ein Grund zum Jubeln und das Vorzeichen für etliche Sendungen im Bayerischen Rundfunk, die, über das Jahr verteilt, die Musiker des Bayerischen Jazzweekends von Bayern aus in die Welt ausstrahlen.

Respekt vor diesen engagierten Lebensleistungen im Dienste der Kulturarbeit. Beide haben versprochen, dass sie dem Bayerischen Jazzweekend auch im Ruhestand verbunden bleiben. Auf dieses unbeschwerte Wiedersehen ist die Vorfreude groß.

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