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Literatur

Schauplatz Buchmesse: Labern im Moloch

Buchmessen-Direktor Boos sammelt Bücher, die auf der Messe spielen. Darin wird der Branchentreff zwiespältig gesehen.
Von Sandra Trauner, dpa

  • „Moloch“ Buchmesse – der Branchentreff in Frankfurt kommt nicht in allen Büchern gut weg. Foto: dpa
  • Der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, sammelt Bücher, in denen seine Messe vorkommt. Foto: dpa

Frankfurt.Die Titel füllen diverse Kisten und Regalmeter im Büro und zu Hause: Seit Jahren sammelt Juergen Boos Bücher, die auf der Frankfurter Buchmesse spielen. Bei jeder Messe wächst die Sammlung des Buchmessen-Direktors weiter: Aus aller Welt bringen Messebesucher, die von seiner Sammlung wissen, neue Titel mit. Auch Freunde und Kollegen, die bei der Lektüre zufällig zwischen zwei Buchdeckeln auf die Messe stoßen, steuern immer wieder Neues bei.

„Fast jedes Jahr erscheint ein Buch, das auf der Buchmesse spielt“, sagt Boos. Allein die literarische Produktion schätzt er auf bis zu 100 Titel. Dazu kämen unzählige Sachbücher über die Messe, Autobiografien von Verlegern, Agenten, Autoren und früheren Buchmesse-Direktoren. Das Bedürfnis, über die Messe zu schreiben, findet Boos nachvollziehbar: „Man erlebt ja wilde Sachen zusammen.“

Zu den bekanntesten Werken gehört der Krimi „Bruder Kemal“ von Jakob Arjouni, in dem Detektiv Kayankaya auf der Messe einen marokkanischen Schriftsteller beschützt. In „Loslabern“ von Rainald Goetz treibt sich der Autor auf Buchmessen-Empfängen rum und versucht ansonsten, zwischen den Messeständen möglichst unsichtbar zu bleiben. „So ist die Messe: Man will möglichst viele Leute treffen, begegnet dabei aber auch vielen, die man ums Verrecken nicht sehen will“, sagt Boos.

Man erlebt ja wilde Sachen zusammen.

Buchmesse-Direktor Juergen Boos über die Messe

In den meisten Büchern werde die Messe „zwiespältig“ gesehen, sagt Boos. Häufigstes Bild: „Die Messe ist Moloch.“ In vielen Büchern bereite der jährliche Branchentreff den Autoren „Unbehagen“, zum Beispiel in Marlene Streeruwitz‘ „Nachkommen“. Ein weiteres wiederkehrendes Motiv: „Man weiß, dass man jemanden kennt – aber man kann sich einfach nicht erinnern, wer das ist.“

Wichtigste Infos zur Buchmesse

  • Wann?

    Eröffnung 13. Oktober, Messezeiten 14. bis 18. Oktober

  • Für wen?

    Fachbesucher 14. bis 16., Publikumstage 17. und 18. Oktober

  • Wie viel?

    Tageskarte am Wochenende 18 Euro

  • Wo?

    Eingang über Messe/Torhaus (S-Bahn) oder Festhalle/Messe (U-Bahn)

  • Was?

    Weltgrößte Bücherschau mit 7200 Ausstellern und 4000 Veranstaltungen

  • Wer

    ... ist Gastland? Indonesien

  • Wann geöffnet?

    9 bis 18.30 Uhr (Sonntag nur bis 17.30 Uhr) (dpa)

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