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Erinnerung

Schauspieler, Komödiant, Sänger

Diether Krebs war vielseitig. Vor 20 Jahren starb er mit nur 52 Jahren.
Von Helge Toben

Diether Krebs  Foto: Lange/dpa
Diether Krebs Foto: Lange/dpa

Esse.Er war der Schwiegersohn vom „Ekel“ Alfred Tetzlaff in der WDR-Produktion „Ein Herz und eine Seele“ und schräger Hauptdarsteller in der ARD-Reihe „Sketchup“: Diether Krebs hat Millionen TV-Zuschauer zum Lachen gebracht. Vor 20 Jahren, am 4. Januar 2000, starb der gebürtige Essener im Alter von 52 Jahren in seiner Wahlheimat Hamburg an Lungenkrebs.

Er stammte aus bescheidenen Verhältnissen: Seine Eltern besaßen in Essen ein Schreibwarengeschäft. Als Gymnasiast entdeckte er seine Leidenschaft fürs Schauspiel, wirkte in Laienspielgruppen mit und besuchte nach der Schulausbildung die Essener Folkwangschule. Sein erstes Engagement hatte Krebs am Stadttheater Oberhausen mit Rollen von der Klassik bis zur Komödie. Den Durchbruch schaffte er in der Kultserie „Ein Herz und eine Seele“. Krebs verließ die Serie, weil er meinte, der Westdeutsche Rundfunk (WDR) würde auf Wunsch der SPD die Serie entschärfen. Er wechselte das Genre und wurde in der ZDF-Serie „SOKO 5113“ acht Jahre lang Kriminalkommissar, später spielte er auch in der ARD-Reihe „Tatort“, allerdings nur einmal als Ermittler. Komödiantische Lorbeeren verdiente sich der Schauspieler in der ARD-Reihe „Sketchup“ in den 1980er Jahren neben seinen Partnerinnen Beatrice Richter und später Iris Berben. Mit Rudi Carrell, Beatrice Richter und Klaus Havenstein gestaltete er mehrere Folgen von „Rudis Tagesshow“ (ARD). Zwischendurch gelang Diether Krebs als pseudo-alternativer Pulloverträger („Ich bin der Martin, ne“) der Sprung in die Musik-Charts.

Sein letzter Fernsehauftritt mit der SAT.1-Reihe „Der Dicke und der Belgier“ (1998) blieb von weiten Teilen des Publikums unbemerkt. Kurz vor dem Start der Serie musste sich der passionierte Motorradfahrer bereits einer schweren Herzoperation unterziehen.

Sein letzter Film war die Komödie „Bang Boom Bang“ (1999) von Peter Thorwarth (48). „Geiles Buch, aber leider muss ich absagen“, habe Krebs ihm zunächst gesagt. Er müsse in eine Herzklinik, um sich behandeln zu lassen. „Ich sagte zu ihm: Ich habe Ihnen extra eine Rolle geschrieben, also werden wir den Dreh verschieben“, erinnert sich Thorwarth. So kam es dann auch. Krebs spielt in der Kultkomödie, die in einem Bochumer Kino immer noch jede Woche gezeigt wird, einen zwielichtigen Spediteur. Dass Krebs krank war, sei schon deutlich zu merken gewesen. War eine Szene abgedreht, „fiel er wie ein Blasebalg zusammen“, erinnert sich Thorwarth. Wenige Wochen später erlag er seinem Krebsleiden. „Wenn man den Namen erwähnt, huscht ein Lächeln über das Gesicht der Menschen. Das finde ich sehr schön, das macht mich stolz“, sagte Sohn Moritz Krebs später über seinen Vater.

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