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Kabarett

Schleich lästert für den guten Zweck

Lange hat der Kabarettist am neuen Programm gearbeitet. Im Januar kommt er zu einem Benefiz-Auftritt nach Regensburg.
Von Manfred Sauerer

Zugespitzte Bosheiten: Helmut Schleich kommt wieder. Foto: Katharina Ziedek
Zugespitzte Bosheiten: Helmut Schleich kommt wieder. Foto: Katharina Ziedek

Regensburg.Das hört sich schon recht heftig an und erinnert an den berühmten Ausspruch des Radrennfahrers Udo Bölts, der seinen schwächelnden Teamkapitän Jan Ullrich während einer Tour-de-France-Etappe anraunzte: „Quäl dich, Du Sau!“ Bei Helmut Schleich klingt das ähnlich: „Kauf, Du Sau!“ wird dem zögerlichen Konsumenten entgegengeschleudert. Denn wer nicht kauft, weil er nicht flüssig ist, der ist überflüssig.

Der geniale Kabarettist Schleich hat lange an diesem Programm gearbeitet. Kritikerstimmen urteilten darüber unter anderem, dass es noch einmal eine Steigerung zu seinem Vorgänger „Ehrlich“ darstellt, obwohl man eigentlich dachte, dass dies gar nicht möglich ist.

Auf der Bühne ihm Marinaforum

Dabei hat Schleich die Fülle der Personen, die er darstellt, reduziert. Franz-Josef Strauß darf aber trotzdem nicht fehlen, schließlich windet sich der rote Konsumfaden auch und vor allem um all die politischen Absurditäten, die der Kabarettist so ausmacht. Das sind nicht wenige. Logisch, dass es in diesen bewegten Zeiten immer wieder auch Aktualisierungen im Programm gibt.

Wer es noch nicht gesehen hat oder gespannt ist, wie es sich weiterentwickelt hat, für den kommt in zehn Wochen eine gute Gelegenheit. Der mit Deutschem Kleinkunstpreis und Bayerischem Kabarettpreis dekorierte Schleich legt nämlich am 25. Januar 2020 im Marinaforum Regensburg einen Benefiz-Auftritt hin.

Vom Kaufrausch narkotisiert

Er tut dies für den Rotary-Club Regensburg-Millennium, der den Erlös des Abends komplett an karitative Einrichtungen weiterreicht. Wer also seinen Freunden Karten schenkt, tut gleichzeitig Gutes. Die Tickets gibt es an allen bekannten Vorverkaufsstellen.

Das Publikum wird über zwei Stunden hinweg bestens unterhalten. Die schöne neue Warenwelt mag nämlich keine Verschmutzung des Konsumklimas. Schleich nimmt alle aufs Korn, die die Zukunftsideen anpreisen: Digitalisierung, 3D-Drucker, künstliche Intelligenz – Perspektiven oft nur für sogenannte Globalisierungsgewinner. Das geht Helmut Schleich gehörig gegen den Strich. Und deshalb rückt der Münchner Kabarettist der vom Kaufrausch narkotisierten Gesellschaft mit seinen Bosheiten zu Leibe – bis am Ende die Konsumblase platzt!

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