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Musik

„Seid nun fröhlich, jubilieret!“

Weihnachtskonzert des Renner Ensembles in der Pfarrkirche Kallmünz: Die Sänger brillieren mit Choral und Liedern.
Von Claudia Böckel

In Kallmünz hat das Ensemble die Kirche mit seinem Gesang ausgefüllt. Der Männerchor steht unter der Leitung von Hans Pritschet. Foto: Claudia Böckel
In Kallmünz hat das Ensemble die Kirche mit seinem Gesang ausgefüllt. Der Männerchor steht unter der Leitung von Hans Pritschet. Foto: Claudia Böckel

Kallmünz.Eigentlich sollte das Konzert ja den Titel „Alle Jahre wieder“ tragen, nachdem das Renner Ensemble den Termin am zweiten Weihnachtsfeiertag in der Pfarrkirche in Kallmünz seit Jahren besetzt. Der Männerchor unter der Leitung von Hans Pritschet füllt dort die Kirche. Dieses Jahr kam der Titel des Konzerts „Seid nun fröhlich“ von einem Weihnachtsliedsatz des Romantikers Peter Heinrich Thielen. Der Programmblock mit deutschen und internationalen Weihnachtsliedern spannte sich von Michael Praetorius über Sätze von Hans Pritschet und Bernd Englbrecht bis zu Jay Althouses „Whisper! Whisper!“, das man mit besonderem Augenmerk auf große dynamische Gegensätze interpretierte. Bei dem komplexen Satz von Praetorius lagen die einzelnen Stimmen noch nicht ganz übereinander. Bei Bernd Englbrechts „Die Könige“ dagegen fügten sich Solo und Chor sehr gut zusammen, obwohl in der Art eines Quodlibets zwei unterschiedliche Lieder gleichzeitig abliefen: Der Solist ließ die drei Könige aus dem Morgenland wandern, der Chor dazu den Morgenstern leuchten, ganz leise und sehr sauber. Hans Pritschet gestaltete seine Fassung von „Kommet, ihr Hirten“ als bayerisch-böhmischen Tanz.

Solist steht dem Chor gegenüber

Edvard Griegs „I Himmelen“, „Im Himmelreich“ ist kein Weihnachtslied, kam aber im Sechsachteltakt recht zuversichtlich rüber. Wieder stand ein Solist dem Chor gegenüber. Das katalanische „Fum, Fum, Fum“ ist ein Hirtenlied, wobei „fum“ das Geräusch beim Wiegen der Krippe nachahmen soll. Matthias E. Becker fasst diese Folklore-Melodie in ein raffiniertes Gewand, das Renner Ensemble singt es als aufregenden Schlusspunkt.

Am Beginn des Konzertes stand der berühmte gregorianische Choral-Introitus zum 1. Adventssonntag „Ad te levavi“. Dieser Gesang ist zugleich der Beginn des Kirchenjahres der katholischen und evangelischen Kirche. Viele historische Choral-Codices beginnen deshalb damit und haben eine reich ausgeschmückte Initiale A auf der ersten Seite. Hans Pritschet, der auch ein Fachmann in Sachen Gregorianik ist, und seine Sänger bestachen schon hier durch Präzision im einstimmigen Gesang. „O Heiland reiß die Himmel auf“, dessen Text Friedrich Spee zugeschrieben wird, ist ein Satz von Pritschet für drei Solisten und Chor. Entworfen hat er ihn auf seinen sommerlichen Radl-touren: Er wollte das berühmte Adventslied ein wenig aufpeppen, suchte deshalb nach einer anderen Melodiefigur, in Duktus und Tonart passend. Den Text „Veni redemptor gentium“ entnahm er einem Adventshymnus des Ambrosius von Mailand, legte eine Tanzmelodie darüber und machte mit seinen Sängern eine fetzige Sache daraus. Angeregt dazu hatte ihn das „Ave Maria (Angelus Domini)“ von Franz Biebl, das Maria als Empfängerin der Botschaft des Engels darstellt. Hier arbeitete man die melodischen Höhepunkte gut heraus.

Ein Ostinato unter der Melodie

Alwin M. Schronens Magnificat bringt ein wenig „Minimal Music“ und ein wenig Taizé, legt ein Ostinato unter die Melodie, die erst in Moll, dann in Dur erscheint. Im Magnifikat geht es um die leidenschaftliche hingerissene Maria und „ein hartes starkes, unerbittliches Lied von stürzenden Thronen“ (Dietrich Bonhoeffer).

Zwei Psalmvertonungen folgten, von Franz Lachner Psalm 133 und von Franz Schubert Psalm 23 „Gott ist mein Hirt“. Schubert hat diesen schönen Text über die Beziehung Gottes zur Natur für Frauenstimmen und Klavier geschrieben, aber es gibt auch eine Abschrift für vier Männerstimmen. Dieses bezaubernde Stück findet sich auch auf der brandneuen CD des Renner Ensembles mit dem Titel „Ständchen“.

Zweite Generation

  • Preis:

    Seit 2011 ist Hans Pritschet Leiter. Er gewann 2018 mit dem Ensemble den OPUS Klassik für die „Chorwerkeinspielung des Jahres“ mit der CD „War No More“.

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