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Selbstbewusst zum zweiten Streich

Taming the Shrew bringen ihr neues Album „Cure“ an den Start – auch live.

Mystisch und tiefsinnig ist nicht nur das Cover von „Cure“. Repro: MZ, Artwork: Freia Geist
Mystisch und tiefsinnig ist nicht nur das Cover von „Cure“. Repro: MZ, Artwork: Freia Geist

Regensburg.Neuer Schlagzeuger, neue Scheibe, neues PR-Management: Das beschreibt in aller Kürze die jüngste Entwicklung der Regensburger Band Taming the Shrew. „Cure“ heißt das neue Werk, das offiziell erst am 8. November erscheint. Live gibt es die Songs bereits vorab: bei einer Release Party am Freitag, 11. Oktober, im Tiki Beat am Arnulfsplatz.

Um es gleich vorwegzunehmen: Auch die zweite Scheibe der Regensburger braucht den Vergleich mit internationalen Produktionen nicht zu scheuen. Den acht warmen, dynamischen Nummern ist durchgängig anzuhören, dass Sängerin Daniela Liebl, Gitarrist Josef Zweck, Keyboarder Norbert Staudte, Heinrich Gmach am Bass und der neue Drummer Felix Blume auf „Cure“ selbstbewusst und souverän zu Werke gehen. Ihrem Stil sind sie freilich treu geblieben: bluesbasierter Rock mit Prog-Elementen und Psychedelic-Flair. Dazu Texte von Dani Liebl, die nicht an der Oberfläche kratzen, sondern Tiefgang haben. Sie selbst sieht das so: „‚Cure‘ steht für mich als Synonym für ein Erwachen aus jeglicher Form von Negativität: das Durchbrechen des ständigen Gedankenflusses aus Angst, Selbstzweifel und eingeprägten Glaubenssätzen.“

Gegenüber dem Erstling „Heartbeatspoetry“ kommt die Stimme der Niederbayerin nicht mehr so wütend, sondern um einiges abgeklärter rüber. In „Sent Me Overseas“ zeigt sich das am deutlichsten: eine sanfte Piano-Ballade, getragen von ihrem ausdrucksstarken Gesang. Insgesamt wirkt „Cure“ reifer und verhaltener, ohne auf komplexe Kompositionen und Energie-Eruptionen zu verzichten.

Über welche Bandbreite die Band mittlerweile verfügt, wird beim Titelstück deutlich. Im ersten Teil fast schon radiotauglich – „fast“ deswegen, weil es die Mainstream-Dudelsender niemals entdecken werden –, nimmt es später vor allem wegen der Hammond-Orgel derart an Dynamik und Dichte zu, dass das Ende an eine Rock-Ballade von Uriah Heep angelehnt erscheint. Eine andere Band der glorreichen 70er könnte einem bei „Breathe“ in den Sinn kommen: die Doors.

Ein persönlicher Anspieltipp ist „Some Other Men“: Ein Midtempo-Rocker, bei dem alle Musiker Fahrt aufnehmen dürfen, Norbert Staudte feine Piano-Linien über die Melodie legt und Josef Zweck das vielleicht schönste Gitarrensolo auf der Scheibe einstreut.

Mittlerweile sind Taming the Shrew unter den Fittichen der umtriebigen Münchner PR-Agentur Another Dimension. Auf diese Kooperation mag es auch zurückgehen, dass die Band ihre neue CD auch in der Landeshauptstadt live vorstellen wird: am 9. Oktober im Cord Club. (nl)

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