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Kultur
Samstag, 22. September 2018 19° 3

Vorstellung

Shuttle zur Kunst der Region

Die Kulturkooperative KoOpf bietet Ausstellungen und Veranstaltungen – und ein irdisches Pendant zum Raumschiff Enterprise.
Von Michael Scheiner

Mitglieder der Kulturkooperative Oberpfalz präsentieren das aktuelle Jahresprogramm für 2018 Foto: Scheiner
Mitglieder der Kulturkooperative Oberpfalz präsentieren das aktuelle Jahresprogramm für 2018 Foto: Scheiner

Regensburg.„Der böhmische Samurai“, „Hirameki Wolkenkino“ und „Prag durch das Objektiv der Geheimpolizei“: nur einige wenige Beispiele für Ausstellungen und Veranstaltungen, die von Mitgliedern der Kulturkooperative Oberpfalz (KoOpf) in diesem Jahr in Schwandorf, Weiden und Amberg angeboten werden. Bei einer Pressekonferenz in „den ehrwürdigen Räumen“ des Bezirks Oberpfalz, wie es Wolfgang Herzer vom Kunstverein Weiden mit etwas übertriebenem Respekt ausdrückte, haben rund ein Dutzend Vertreter der KoOpf im Beisein von Bezirkstagspräsident Franz Löffler ihr zweisprachiges Jahresprogramm vorgestellt.

Über 20 Mitglieder und Partnerorganisationen umfasst dieses Netzwerk an Kultur- und Kunsteinrichtungen derzeit – das Gros zwischen Regensburg und Neustadt an der Waldnaab, Neumarkt in der Oberpfalz und Furth im Wald, wie es sich im Name KoOpf ausdrückt. Da sich das Netzwerk seit seiner Gründung 1999 auch als „grenz- und genreüberschreitend“ versteht, gehören die Art Centrum Galerie 4 in Cheb, die Galerie der Gebrüder Spillar in Domazlice und die Galerie Klattau/Klenova in Klatovny und selbst das niederbayerische Bild-Werk Frauenau mit dazu. Herzer sieht in den Jugendkunstschulen, Museen, Kunst- und Kulturvereinen einen „Tummelplatz der Gegenwartskunst“. Dessen Anliegen sei es, die Oberpfalz nach außen hin zu stärken und sie als spannenden Raum für zeitgenössische Kunst bekannter zu machen.

Gesellschaft braucht Kultur

Diesem zentralen Ziel der Kooperative kann auch der Bezirkstagspräsident viel abgewinnen. Die Oberpfalz sei heute stark, betonte er selbstbewusst. Und er fügte hinzu: „Da, wo Kultur funktioniert, funktioniert auch die Gesellschaft besser“. Ein starkes Statement und ein Bekenntnis zur Arbeit und zum Engagement der Kulturschaffenden. Für einen nennenswerten finanziellen Beitrag zur Unterstützung des Netzwerks leider noch nicht genug.

Löffler verwies bei der Pressekonferenz auf die bezirkseigene Sammlung im Oberpfälzer Künstlerhaus in Schwandorf, dessen Leiterin Andrea Lamest als KoOpf-Mitglied ebenfalls teilnahm. Einem Hinweis Herzers, dass beim Regionalmarketing Oberpfalz der Beirat abgeschafft worden sei, in welchem die KoOpf zuvor kulturelle Interessen vertreten habe, versprach Löffler nachzugehen. Er kündigte an, mit dem Vorstand des Oberpfälzer Kulturbunds zu sprechen.

Die KoOpf

  • Die KoOpf

    existiert seit 1999 als nicht institutioneller Zusammenschluss von Initiativen, Vereinen und Institutionen.

  • Die Kulturkooperative

    hat es sich zum Ziel gesetzt, die Oberpfalz als Kunst-Raum über Grenzen hinweg zu präsentieren. Sie initiiert Kooperationsprojekte, organisiert Informationsaustausch und leistet Öffentlichkeitsarbeit. Ihr jährliches Programm versteht KoOpf als einen „Plan für Seh-Tankstellen“.

  • Mit spektakulären Aktionen

    wie „Standpunkte Landeplätze“ hat sie schon überregional auf die Oberpfalz aufmerksam gemacht.

Lamest hob die Stellung der KoOpf als einmalige Konstellation hervor, weil darin sowohl private, wie öffentliche Einrichtungen vertreten sind. Im Vorwort der Programmbroschüre, die wesentlich über private Sponsoren finanziert wird, hebt sie hervor, dass „kulturelle Bildung und Innovation (…) elementare Bestandteile einer offenen, demokratischen Gesellschaft sind“. Als verbindende, übergreifende Besonderheit weise das Programm der KoOpf heuer einen Beitrag zum Thema „Europa, in Form einer Installation in der freien Natur“ auf. Irene Fritz vom Kunstbau Weiden und Fred Buchner vom Further Kunstverein Freiraum verwiesen auf die Bedeutung (kunst-)pädagogischer Arbeit und Bildung. Die Kulturreferentin des Landkreises Cham, Dr. Bärbel Kleindorfer-Marx, nannte die Gemeinde Tiefenbach als leuchtendes Beispiel für kulturelles Engagement abseits der Metropolen. Dort gebe es gleich zwei Museen und eine aktive Theatergruppe.

Rundreisen im April und Herbst

Fast schon am Ende wedelte Kunstverein-Vorstand Herzer noch mit einem weiteren Flyer und lenkte die Aufmerksamkeit auf das dort abgebildete Raumschiff Enterprise aus der gleichnamigen Fernsehserie. Zwar habe man nicht die Enterprise für einen Kunst-Shuttle chartern können, der heuer als besonders Kooperationsprojekt angeboten wird. Auf ganz irdischen Rädern können an zwei Terminen – am 22. April und am 2. September – Teilnehmer quer durch die Oberpfalz fahren und an Führungen durch verschiedene Häuser und Ausstellungen teilnehmen. Infos und Anmeldungen über das Cordonhaus in Cham, das Oberpfälzer Künstlerhaus und auf der Homepage der KoOpf.

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