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Literatur

So vielfältig ist Ostbayern

Regionale Schriftsteller stellten in der Stadtbücherei ihre neuen Bücher vor. Sie ermunterten ihr Publikum: „Read local“.
von Andrea Leopold

In einem „Speedreading“ hatten die Autoren des Schriftstellerverbandes Ostbayern fünf Minuten Zeit, ihr Publikum für ihr Werk zu begeistern.Foto: Leopold
In einem „Speedreading“ hatten die Autoren des Schriftstellerverbandes Ostbayern fünf Minuten Zeit, ihr Publikum für ihr Werk zu begeistern.Foto: Leopold

Regensburg.„Buy Local“ – mit diesem Spruch erinnert Julia Kathrin Knoll ihre Zuhörer im Thon-Dittmer-Palais an regionales Einkaufen. Übersetzt in die Schriftstellersprache heißt dies: „Read local“ – ein Appell an die Hörer. Knoll: „Warum eigentlich immer Übersetzungen aus den USA lesen, und nicht die regionale Szene entdecken?“, fragt sie. Um den Zuhörern diese Entdeckungsreise einfacher zu machen, hat sich die Gruppe ein spezielles System einfallen lassen, eine Art Speeddating mit Büchern. Knoll erklärt: „Genauso wie beim Speeddating werden unsere Autoren fünf Minuten Zeit haben, Ihnen ihr neues Werk ans Herz zu legen.“

Die Genres der Werke waren ebenso abwechslungsreich wie die Vita der Autoren selbst. Im Stil der guten alten Schauergeschichten erzählen Gabriele Kiesl und Michael Cizek von „Mystischen Burgen in der Oberpfalz.“. Kiesl lebt als freie Schriftstellerin in der Oberpfalz, ist Produzentin, Regisseurin und Dozentin für Kreatives Schreiben.

Thyra Thorn stellt ihren Artikel „Kakerlake“ vor, der in Literaturzeitschriften in Österreich erschienen ist. Sie lebt seit 1986 in Regensburg und arbeitet als bildende Künstlerin und freie Dozentin. Seit 2008 schreibt sie Kurzgeschichten, Romane und Gedichte. Marie-Anne Ernst hat bereits eine ganze Reihe über die „Zahnfee Apollonia“ herausgegeben und stellte ihr jüngstes Werk „Mission Einhorn“ vor. Sie hat Vor-und Frühgeschichte studiert und lebt mit ihrer Familie im Vorderen Bayerischen Wald.

Aus einer ganz anderen Richtung kommt Julia Kathrin Knoll: Sie hat im Domschatzmuseum gearbeitet und das Büchlein „Der blaue Esel“ geschrieben. Der Esel ist in einem Glasfenster auf der Südseite des Regensburger Doms zu finden. Knoll, die auch als Museumsführerin arbeitet, erfand die Geschichte, um sie in eine Domführung einbauen zu können.

Krimis und Kalligraphie

Ein Lyrikfeuerwerk zündete Siegfried Schüller mit seinen Gefühlsgeschichten. In seinem „Supermarkt der geheimen Gefühle“ finden sich Kapitel für alle Arten von Gefühlsregungen: Gemischte Gefühle, Nationalgefühle, heimliche Gefühle. Dass er des Sächsischen mächtig ist, zeigt er den Zuhörern mit seiner „Wendlandsaga“. Schüller schreibt Gedichte und Kurzgeschichten und veröffentlicht in Literaturzeitschriften und Anthologien.

Im Bereich der Sachbücher arbeitet Christine Riedl-Valder. Ihre Sachbuch „Caféhäuser in München. Geschichten aus drei Jahrhunderten“ folgt einem Buch über die Regensburger Caféhäuser und zeigt das Caféhaus in seiner kulturhistorischen Bedeutung als „Gasthaus der Nüchternheit“ und Stätte der Emanzipation auf. Die Autorin ist Initiatorin der „Literaturtage im Oberpfälzer Jura“.

Der Kalligraphie verschrieben hat sich Johann Georg Maierhofer, der einen Aufsatz las aus „Kalligraphie Aktuell“ mit dem Titel „Frieden in Dir“. Er arbeitet hauptberuflich als Kalligraph, veröffentlichte auch Kurzgeschichten und Fachbücher zum Thema.

Romane für gemütliche Lesestunden versprechen Wolfgang Burger und Hilde Artmeier, die als Ehepaar zusammen Krimis schreiben. Burger las aus dem gemeinsamen Roman „Gleißender Tod“. Er schrieb mittlerweile 22 Kriminalromane, die mehrere Wochen auf der Spiegel-Bestsellerliste standen. Artmeier ist freie Schriftsellerin und schreibt seit 2004 Krimis.

Krieg, Grenzöffnung, Mauerfall

„Picknick an der Grenze“ von Angela Kreuz ist ein Roman über die Grenzöffnung in Ungarn und den Mauerfall. Sie war Kulturförderpreisträgerin der Stadt Regensburg 2012.

Rolf Stemmle schließt den Lesereigen ab und gräbt mit seinem Roman „Das Rennplatz-Geheimnis“ tief in der Kriegsvergangenheit. Er lässt einen jungen Mann die Spuren von nicht bewältigten Kriegserlebnissen nachspüren und Nachforschungen in der eigenen Familie anstellen. Stemmle schreibt Drehbücher, Gedichte und Romane. Seine Liebe gilt auch der klassischen Musik, für die er Opernhandlungen zu Erzählungen umgestaltet hat. Den Abend begleitete souverän Benedikt Dreher auf seinem Fagott.

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