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Musik

Songwriterin mit Rockstar-Manier

Zehn Jahre nach ihrem ersten Hit gibt sich Liedermacherin Claudia Koreck in jeder Hinsicht erwachsen.
Von Veronika Lintner, MZ

Hat das „Fliang“ nicht verlernt: Claudia Koreck (31)       Foto: Lintner
Hat das „Fliang“ nicht verlernt: Claudia Koreck (31) Foto: Lintner

Lappersdorf.Konzertbeginn. Mit einem breiten Lächeln auf den Lippen sprintet Claudia Koreck auf die Bühne und schmettert gleich „Aloha“, eine wahre Power-Hymne, mit Country-Schmelz und Ukulele. Unter dem Dach des Lappersdorfer Festivalzelts strahlt die Sängerin mit den Scheinwerfern um die Wette. Ihre Power springt sofort auf das Publikum über. Was die Songwriterin an diesem Freitagabend in Lappersdorf bietet, ist also Energie pur – mit altbekannten Hits und auch neuen Liedern.

Claudia Koreck stammt aus Traunstein. 2007 eroberte ihr Song „Fliang“ die Radiostationen. Moderner Pop mit bayerischem Text? Das war damals ein außergewöhnliches Phänomen. So fand Claudia Koreck ihren Weg ins Rampenlicht. In diesem Jahr feiert die Songwriterin also bereits ihr zehnjähriges Bühnenjubiläum. Und der Schublade der bayerischen Liedermacherin ist sie inzwischen entwachsen.

In melancholischen Sphären

„Holodeck“ heißt der Titelsong ihres neuen Albums. Dieser Begriff führt direkt in die Welt des Science-Fiction. Mit der Technik des Holodecks lassen sich in der „Star Trek“-Saga Fantasiewelten erzeugen. Für die Sängerin steht Holodeck aber schlicht für einen Wunschort, an den sie sich gerne zaubern würde. Mit dieser Ballade, gepaart mit einer eingängigen Pop-Melodie, beamt sie sich in melancholische Sphären.

Auch auf Englisch singt sie inzwischen. So in „Hallabrooklyn“, eine Wortspielerei aus ihrem Heimatort Hallabruck und Brooklyn, New York. Hier trifft die Stille des Landlebens auf das Fernweh nach der großen, wilden Stadt. Korecks Songs bedienen gerne Sehnsüchte und Sentimentalitäten. „Freund“, aus dem jüngsten Album, besingt mit Herzschmerz eine Freundschaft, die auseinanderdriftet. Und „Erwachsen“ bestaunt, wie schnell doch die Lebensjahre vorüberziehen. Treffsicher und lieblich säuselt Koreck da in den Höhen. In ihren Gitarren-Pop mischen sich Blues und Country.

Voller junger, frischer Energie

Ihre junge, frische Energie ist Claudia Koreck aber nicht abhanden gekommen. Mit „Schuah aus“, einem Titel aus ihrer ersten Platte, gibt sie sich dem Rocksound der 60er-Jahre hin und lässt ihre Rockröhre krachen. Da tanzt sie und kniet sich in Rockstar-Manier auf die Bühne.

Als Texterin zieht es sie auch immer wieder in luftige Gefilde. In ihrer neuen Ballade „Paper Aeroplane“ folgt der Blick, über sanftem Beat und lieblicher Ukulele, einem Papierflieger. Und ihr Evergreen „Fliang“ besingt das traumhafte Gefühl, die Schwerkraft zu überwinden.

Liedermacherin mit Bodenhaftung

Ihre Bodenhaftung hat sich die Liedermacherin dennoch bewahrt. Humorvoll präsentiert sie sich und plaudert auf der Bühne ein wenig aus ihrem Leben. Inzwischen ist sie Mutter zweier Kinder. Ihr Mann Gunnar Graewert sitzt in ihrer Band am Keyboard. Ein treues, solides Team schart sich um die Sängerin, mit Schlagwerk und einer Vielzahl an Gitarren.

Der Star des Abends bleibt aber zweifelsohne Claudia Koreck. Ihr neuer Pop-Sound ist weder wagemutig noch experimentell. Doch bietet „Holodeck“ feines Handwerk mit Ohrwurmqualitäten und persönlichen, ehrlichen Momenten. Während die Live-Kostprobe in Lappersdorf schon eine überraschende Wucht war, müssen sich Fans noch bis zur Veröffentlichung am 23. Juni gedulden.

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