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Preise

Spanisches Feuerwerk gezündet

Das Konzert mit Lesung im Haus der Musik war ein Erlebnis.
Von Claudia Böckel

Die drei Preisträger Ludwig Hohl, Sara-Maria Saalmann und Verena Maria Bauer traten im Haus der Musik auf.  Foto: Claudia Böckel
Die drei Preisträger Ludwig Hohl, Sara-Maria Saalmann und Verena Maria Bauer traten im Haus der Musik auf. Foto: Claudia Böckel

Regenburg.Im Jubiläumsjahr fördern die Theaterfreunde Regensburg drei junge Künstler, die am Theater Regensburg engagiert sind. Die Schauspielerin Verena Maria Bauer, ihr Kollege Ludwig Hohl und die Sopranistin Sara-Maria Saalmann erhielten aber nicht nur ihre Preise, sondern auch gleich die Gelegenheit, ihr Können im Konzertsaal im Präsidialpalais am Bismarckplatz zu zeigen.

Am Klavier brillierte der neue Solo-Repetitor mit Dirigierverpflichtung Arturo Del Bo, der sowohl Sara-Maria Saalmann begleitete als auch Klavierstücke von Debussy und Isaac Albéniz zwischen den Lesungen einstreute. Beethoven als großer Jubilar des Jahres 2020 wurde nicht vergessen: Zur Einstimmung gab es seine sechs Variationen für Klavier über das Thema „Nel cor più non mi sento“. Raffiniert und elegant stellte er die Passagen der Variationen dar, nur beim Thema war vielleicht zu viel Agogik im Spiel.

Ludwig Hohl ist schon seit der Spielzeit 2014/15 festes Mitglied im Jungen Theater und jetzt auch im Stück „Oslo“ am großen Haus zu sehen. Verena Maria Bauer war schon Ophelia und Maria Stuart ebenso wie die Julie in „Liliom“. Beide lasen aus Texten der norwegischen Erfolgsautorin Maja Lunde, aus „Die Geschichte des Wassers“ und aus „Die Geschichte der Bienen“. Bedeutungsschwere Sätze wie „Mit einem Kind bist du immer der Tragende“ gestalteten die beiden recht unaufgeregt und gewannen so der Schlichtheit dieser Sprache positive Seiten ab.

Ein Feuerwerk an rasanter spanischer Musik brannte Sara-Maria Saalmann ab, halb Spanierin, halb Hamburgerin, wie sie sich selbst vorstellte. Mit prägnanten Einführungsworten erklärte sie den Inhalt der Lieder und Arien aus Zarzuelas, kokettierte singend mit dem Publikum, forderte es heraus mit rotem Kleid und rotem Tuch. Bezaubernd anzusehen war sie, und hinreißend war es, ihr zuzuhören. Da ist jemand, der keinerlei stimmliche Probleme hat, dem vom leisesten Flöten bis zum heftigsten Stimmungsausbruch alles zur Verfügung steht. Zuckersüß kann sie werben, wild und umwerfend gut in Fernando Obradors „El Vito“ dem Leben sagen, wie es zu laufen hat. Das Wiegenlied aus Manuel de Fallas „Siete canciones populares Espanolas“ nahm sie entspannt, um danach Joaquín Turinas „Tu pupila es azul“, die Liebeserklärung einer Frau an die blauen Augen und die schöne Seele ihres Geliebten, um so heißblütiger darzubieten. Sie kann alles machen mit ihrer ausdrucksstarken Stimme, die zu Herzen geht, die auch mal schrill klingt, auf die sie sogar drückt in hochemotionalen Momenten. Eine reine Freude, sie mit dieser ihr auf den Leib geschriebenen Musik zu hören.

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