MyMz

Flashmob

Stillstand auf dem Neupfarrplatz

In Regensburg sind am Samstag 150 Menschen mitten in der Bewegung erstarrt. Damit wollten sie ein Zeichen gegen die Hektik des Alltags setzen.
Von Dominik Schleidgen, MZ

  • Einige Flashmob-Teilnehmer inszenierten ihren Auftritt mit einer Geste – wie dieses Paar, das sich gegenseitig die Zunge rausstreckt. Foto: Schleidgen
  • Die Teilnehmer bleiben teilweise in alltäglichen Posen stehen. Foto: Schleidgen
  • Der Flashmob sollte ein Zeichen gegen die Hektik des Alltags setzen. Foto: Schleidgen
  • Mit der Aktion wollte das Junge Theater aber auch für die Uraufführung seines Stücks „... die Welt steht still“ werben. Foto: Schleidgen
  • Stillstand vor der Neupfarrkirche: Am Samstag haben mehr als 150 Menschen regungslos auf dem Platz in der Innenstadt verharrt. Foto: Schleidgen
  • Der Organisator des Flashmobs Ralf Schramm (Mitte) mit den Darstellern des Stücks Felix Steinhardt (links) Stefan Mascheck (rechts) Foto: Schleidgen

Regensburg. Mehr als 150 Menschen haben am Samstag den Neupfarrplatz stillstehen lassen. Bei einem Flashmob im Herzen der Regensburger Altstadt erstarrten die Teilnehmer um 16 Uhr für fünf Minuten mitten in der Bewegung – egal, was sie in dem Augenblick gerade getan haben.

Der Flashmob war eine Aktion des Jungen Theaters Regensburg, das am Samstagabend das Stück „... die Welt steht still“ von Helmut Hensen uraufführt. Darin geht es um zwei junge Menschen, die Probleme haben, in der Welt Fuß zu fassen und in einen Sumpf aus Alkohol und Drogen abrutschen. Passend zum Stück lautete das Motto des Flashmobs „... Regensburg steht still“.

„Wir wollten mit dem Flashmob ein Zeichen gegen die Hektik und den Stress des Alltags setzen“, sagt der Organisator der Aktion, Ralf Schramm. Schramm absolviert seit September 2012 ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) am Theater Regensburg. „Wir wollen zeigen, wie schwer den Menschen heute Stillstand fällt“, erklärt er. Vorbild für die Aktion war ein Flashmob in New York, bei dem mehr als 200 Menschen im Januar 2008 das „Grand Central Terminal“ in der Metropole stillstehen ließen.

In Regensburg beginnt der Flashmob pünktlich um 16 Uhr mit einem improvisierten Glockenschlag aus einem Lautsprecher – die echten Kirchenglocken läuten nicht zur Stunde. Plötzlich ist es still auf dem Neupfarrplatz. Die Posen, in den die Teilnehmer verharren sind zum Teil alltäglich – einige binden sich die Schuhe zu oder zünden sich eine Zigarette an – oder ironisch inszeniert, wie bei einem Paar, das sich gegenseitig die Zunge rausstreckt.

Auch zwei Darsteller des Stücks“... die Welt steht still“, Stefan Mascheck und Felix Steinhardt, beteiligen sich an dem Flashmob. „Mich hat besonders das Gemeinschaftsgefühl begeistert“, sagt Steinhardt. Die plötzliche Stille auf dem Neupfarrplatz sei beeindruckend gewesen. „Ich habe mich in den fünf Minuten absolut entspannt“, erzählt Stefan Mascheck. Vor dem Flashmob habe er befürchtet, dass die Zeit lang werden könnte. „Es war total schnell wieder vorbei“, sagt er danach.

Beworben hat Schramm den Flashmob vor allem über Facebook. 182 Menschen (Stand: 15.30 Uhr) haben ihre Teilnahme angekündigt. Um die 150 will Schramm tatsächlich gezählt haben. „Es war ein voller Erfolg“, sagt er der MZ. Danach wird es für ihn und die Darsteller wieder hektisch: In wenigen Stunden beginnt die Premiere.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht