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Kultur

Straßenmusiker treten in den Wettstreit

Statt auf Regensburger Plätzen wird in der Mälze musiziert: Mit der „Sternschnuppe(r)nnacht“ gibt es einen neuen Wettbewerb.
Von Susanne Wiedamann, MZ

  • „The Electric Panthers“ ist eine der Gruppen, die für einen Abend das Kopfsteinpflaster gegen die Mälze-Bühne tauschen. Foto: Daniel Gilch
  • „Almost Heart Core“ ist am 30. September auch dabei. Foto:Jürgen Krall

Regensburg.Das Kulturzentrum Alte Mälzerei war schon immer für Innovationen gut. Wenn nun am 30. September Straßenmusiker mit ihrer Kunst statt auf Straßen und Gassen in der ehrwürdigen Mälze in den Wettstreit treten, so kam diesmal die Initialzündung allerdings von außen, von außerhalb des Galgenberg-Viertels und sogar außerhalb der Stadt. Der Anfang 2014 von Regensburg nach Straubing umgesiedelte Kulturmanager Dr. Witalij Schmidt wagt sich mit seiner 2015 gegründeten Agentur „Ad Astra events“ an sein zweites Projekt, ein großes, wie er selbst bekennt.

„Meine Frau und ich kommen sehr viel rum. Dabei haben wir sehr viele Straßenmusiker gesehen, viele sehr, sehr gute!“ Mit der Zeit entstand die Idee, für diese Musiker etwas zu tun. „Anliegen meiner Firma ist es, angehenden Künstlern auf die Bühne zu verhelfen, ihnen Auftrittsmöglichkeit zu bieten, damit sie weitere Auftritte bekommen.“ So entstand die Idee der „Sternschnuppe(r)nnacht“.

Die Nähe zum Publikum

Dr. Witalij Schmidt
Dr. Witalij Schmidt Foto: Pavel Scheldjaew

Schmidt sprach selbst Künstler an, die ihm in diesem Sommer auf Regensburgs Straßen positiv aufgefallen waren. Freunde berichteten ihm von guten Straßenmusikern. Und auch die Künstler selbst hatten die Kunde vom ersten Regensburger Straßenmusikerwettbewerb rasch vernommen und schickten Bewerbungen. Fünf Bands aus Regensburg und der Münchner Solokünstler Erik Bönisch werden nun am Mittwoch, 30. September, ihre Kunst in der Mälze präsentieren.

Neulinge sind die Künstler nicht. „Sie sind nicht nur in Regensburg, sondern auch in ganz Bayern bekannt,“ sagt Schmidt. Und sie sind nicht nur auf den Straßen, sondern auch in Clubs und Kulturzentren unterwegs. Aber sie eint die Leidenschaft für das Musizieren unter freiem Himmel und gegen den freiwilligen Obulus in Geigenkasten oder Hut: „Die Bands sagen meistens, dass sie aus Überzeugung Straßenmusik machen, weil der Kontakt zum Publikum viel näher ist als auf der Bühne“, sagt Schmidt, der in Regensburg studiert hat und der Stadt sehr verbunden ist. Lediglich Solokünstler sagten ihm manchmal, sie spielten zum reinen Broterwerb auf der Straße.

Sternschnuppe(r)nnacht

Die sechs Teilnehmer wetteifern nun um Preise in den Kategorien „Bester Coversong“ und „Bester eigener Song“. Das Publikum wird Augenzeuge, wie die Musiker Sternenluft schnuppern. Tobias Schmid, Leiter der Theatergruppe „DINGS Impro“, moderiert den Abend, den Zauberkünstler Max Schneider begleitet.

Schwierige Entscheidung

Mit diesem Bild von Tatiana Smushchenko wirbt die „Sternschnuppe(r)nnacht“ für den Wettbewerb.
Mit diesem Bild von Tatiana Smushchenko wirbt die „Sternschnuppe(r)nnacht“ für den Wettbewerb. Foto: Ad Astra events

Die Sieger zu küren, wird gar nicht so einfach, weiß Schmidt. Zu unterschiedlich sind die Musikstile. Und schwer zu vergleichen sind ein Solokünstler und Bands. Die Agentur stützt sich einerseits auf eine professionelle Jury, in der unter anderem Musiker Rainer Hasinger und Jazznuts-Leiter Uli Uli Groeben mitwirken, und die Zuschauer, die ihren Publikumsliebling wählen dürfen. Danach ist Party angesagt: Denn zum Schluss gibt es eine Jamsession aller Teilnehmer auf dem Galgenberg.

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