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Musik

Swing mit Spielfreude und Feingefühl

Aus der CD-Vorstellung des Youngster-Duos Latcho Due wurde ein gefeiertes Konzert.
Von Michael Scheiner

Andreas Köckerbauer und Etienne Wittich als Latcho Due Foto: Scheiner
Andreas Köckerbauer und Etienne Wittich als Latcho Due Foto: Scheiner

Regensburg.Obwohl die Gitarre von Beginn an ihren Platz im Jazz hatte, konnte sie sich aufgrund ihrer eher geringen Lautstärke erst mit Aufkommen des elektrisch verstärkten Instruments eine eigenständige Stellung erobern. In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begann ihr Aufstieg in den Händen von Eddie Durham und vor allem des genialen Charlie Christian. Schon vorher allerdings spielte der New Yorker Eddie Lang, der zu seiner Zeit den Titel „Mr. Guitar“ trug, im Duo mit dem Bluesgitarristen Lonnie Johnson.

Mit dem Auftritt des Gitarrenduos Latcho Due hat der Jazzclub Regensburg vergangenen Sonntag eine „kleine Reihe mit Musik von Saiteninstrumenten“ eröffnet, wie Vorstandsmitglied Alfred Merkel in seiner Anmoderation ankündigte. Die beiden Youngsters Andreas Köckerbauer und Etienne Wittich würden zum Start eine „musikalische Zeit- und Weltreise“ präsentieren. Für eine Weltreise reichte es zwar dann nicht ganz, aber die zwei jungen Gitarristen bahnten sich mit Lust und technisch gewitztem Spiel einen Weg durch die Jazzgeschichte.

Diese begannen sie in der Blütezeit des Jazz bei Duke Ellington mit dessen Bluessong „Things ain’t what they used to be“, der von seinem Sohn Mercer geschrieben worden ist. Ellington durfte damals in den 40er Jahren wegen eines erbitterten Konflikts keine eigenen Kompositionen im Radio spielen.

Dem Pianisten Bill Evans widmeten die Gitarristen das populäre „Sweet and lovely“, bevor sie mit dem leicht melancholisch-innigen „Sons de Carrilhoes“ des Brasilianers Joao Pernambuco aus ihrem Jazzrepertoire ausbrachen. Der 22-jährige Köckerbauer wechselte hier erstmals von der Jazz- zur klassischen akustischen Gitarre. Mit seiner warmherzigen, sehr gelungenen Interpretation eines Stücks klassischer Gitarrenliteratur gelang ihm ein erster Höhepunkt des als CD-Vorstellung angekündigten Konzerts. Die CD-Premiere musste aber verschoben werden, weil der Tonträger nicht rechtzeitig fertiggestellt worden ist.

Der erstaunlicherweise nur mäßig besuchte Auftritt des jungen, musikalisch überzeugenden Duos war inhaltlich dennoch dem Tonträger angeglichen. Die vorgestellten und mit spürbarer Spielfreude und musikalischem Feingefühl interpretierten Stücke entsprechen den Aufnahmen für das im Frühjahr erscheinende Album „Latcho!“. Dazu gehörte neben Songs von Wes Montgomery und Steve Swallow auch das repetitive „Troubalant Bolero“ ihres Idols Django Reinhardt. Nach Gerswhins Ballade „Embraceable You“ konnten die zwei Jungmusiker ihre begeisterten Zuhörer nur mit Zugaben zufriedenstellen. Fortgesetzt wird die Jazzclub-Reihe morgen mit dem Duo Bekmuin-Findling.

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