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Ballett

Tänzer als Helden aus der Juke Box

Georg Reischl geht mit „Juke Box Hereos“, seiner erste Choreographie im Stadttheater Regensburg, neue Wege.
Von Michaela Schabel

Mit „Juke Box Heroes“ hinterfragt Georg Reischl humorvoll und unterhaltsam die Geschlechterrollen in unserer Zeit. Foto: Michaela Schabel
Mit „Juke Box Heroes“ hinterfragt Georg Reischl humorvoll und unterhaltsam die Geschlechterrollen in unserer Zeit. Foto: Michaela Schabel

Regensburg.Mit „Juke Box Heroes“ gibt Georg Reischl, neuer Leiter der Abteilung Tanz im Stadttheater Regensburg, seinen Einstand. Es soll ein humorvoll unterhaltsamer Tanzabend werden. Georg Reischl wird weder eine Geschichte präsentieren noch Figuren aufbauen. Er fokussiert allein auf die Bewegungen, wie sie entstehen, wie sie wirksam werden, Fantasien und Emotionen ermöglichen. Er will den Zuschauern nichts aufoktroyieren. „Der Zuschauer soll etwas in sich fühlen.“

Georg Reischl strahlt. Er ist begeistert vom Regensburger Ensemble, das er bis auf drei Tänzer unverändert übernommen hat. Sehr intensiv ist der Trainingsprozess zwischen Theorie, Technik und künstlerischer Umsetzung der Choreographie. Der Choreograph erklärt den Tänzern viel, um seine Vision von Bewegungen nach den Prinzipien der Ideokinese zu realiseren, die die Basis seiner choreographischen Handschrift ausmachen. Für ihn selbst wurde „Loss of Small Detail“, eine Choreographie des Frankfurter Ballettchefs William Forsythe, zur Initialzündung und treibenden Kraft. Nach der Vorstellung wurde ihm bewusst: „Was ich im Kopf habe, ist noch viel mehr“.

Das klassischen Ballett schafft die Grundlagen, ist wichtig und hilfreich, wird erweitert durch die Formen des Comtemporary Dance, Tänzen aus der Folklore bis hin zu Hip-Hop, Striptease und Burlesque. Für Georg Reischl ist es dabei immer besonders wichtig, gesund mit, nicht gegen den Körper zu arbeiten. Die Tänzer müssen wissen, was wo im Körper los ist, wie Balance herzustellen ist, wie sich daraus ein neues Bewusstsein von tänzerischer Präsenz auf der Bühne entwickelt. Dazu gehört der Dialog auf gleicher Augenhöhe. Hierarchien interessieren ihn nicht.

Reischl fokussiert auf die Bewegung als organischen Prozess, fixiert Bewegungen nicht auf Bilder, sondern entwickelt aus Bildern die Bewegung in die Bilder hinein. Seine „Heroes“ sind die Tänzer. Sie lässt er in seiner neuen Choreographie nach originalen Songs einer Jukebox tanzen. Das Rahmenthema sind Geschlechterrollen, im Zusammenspiel von Bühne, Kostümen, Musik und Tanz humorvoll hinterfragt.

So wie der aufrechte Gang nicht parallel, sondern entgegengesetzt funktioniert, konzipiert Georg Reischl seine erste Choreographie diametral. Im ersten Teil tanzt das Regensburger Tanzensemble nach der hohen Männerstimme des Countertenors Philippe Jaroussky in schwarz blauen Kleidern, im zweiten Teil nach Pop- und Rocksongs von tiefen Frauenstimmen in bunten pastellfarbenen Anzügen. Man darf gespannt sein.

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