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Ausstellung

Tom Kristen als „Sänger im Dickicht“

Im artspace Erdel kann man nun die poetischen Facetten des Künstlers kennenlernen. Ausgestellt sind Werke von 2009 bis 2019.
Von Claudia Böckel

Im artspace Erdel sind die Werke von Tom Kristen zu sehen. Foto: Kristen
Im artspace Erdel sind die Werke von Tom Kristen zu sehen. Foto: Kristen

Regensburg.Der Künstler Tom Kristen ist in Regensburg im öffentlichen Raum mit zwei bedeutenden Arbeiten präsent. Einmal ist es das Kunstwerk „Gemeinsam“ im Hof der neuen Synagoge Am Brixner Hof, das eine Gedichtzeile von Rose Ausländer in deren Handschrift in goldene Lettern fasst. Zum anderen ist es die Gesamtgestaltung des Innenraums der Hauskapelle bei den Regensburger Domspatzen. Im artspace Erdel am Fischmarkt kann man nun die poetischen Facetten des Malers, Zeichners und Grafikers in einer umfangreichen Schau kennenlernen, die Werke von 2009 bis 2019 vorstellt.

Topf trifft Fabelwesen

„Sänger im Dickicht“ heißt die Ausstellung, sie könnte auch „Der Berg, das Haus, die Blume, das Tier“ heißen. Vertraute Dinge nutzt der 1968 in Straubing geborene Künstler, um seine Bildwelten sichtbar zu machen. Tisch, Stuhl, Bett, Topf, Tasse und Wolken bevölkern seine Bilder ebenso wie geheimnisvolle Mischwesen, mal Engel, mal Menschen mit Vogelkopf, janusköpfige Wesen, Menschen mit Sonnengesichtern oder Regenschirmen.

Kultur

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Ganz im Sinne von Claude Levi Strauss’ Begriff des „Wilden Denkens“ entsteht eine phantasievolle Kombination von Bruchstücken sinnlicher Wahrnehmung und vergangener Ereignisse, die mit Hilfe der Einbildungskraft zu lebendigen Bildern werden. Der Betrachter kann eintauchen in diese Vorstellungswelten, sie mit seinen eigenen Erfahrungen und Sichtweisen verknüpfen, neue Deutungsmöglichkeiten erschließen. Die Bildtitel sind oft poetischer Natur: „Kammträger“ heißt eine Zeichnung, „Geschäft für Heiligenscheine“ eine andere. Es gibt „Rübengießer“, „Sonnenkinder“ und „Traummacher“. Aber Kristen möchte eigentlich keine Sinnbilder machen. Er liefert Vorgaben zum Weiterdenken und Weiterträumen. Der Sänger im Dickicht ist schließlich unsichtbar. Nur hören kann man ihn. Er sitzt geschützt in seinem Garten, der dem des Künstlers ähnlich sein könnte, mit Bach und Bauwagen.

Werke sind geprägt von Drucktechnik

Tom Kristen ist freischaffender Künstler sowie Gestalter sakraler und öffentlicher Räume. Nach seinem Architekturstudium war er lange Jahre Leiter der Steindruckwerkstatt im Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz. Irgendwie scheint die Arbeitsweise mit Drucktechniken auch seine Vorgehensweise als Maler stark zu beeinflussen. Seine Werke sind oft flächig aufgeteilt, mit klaren Horizontlinien in verschiedenen Farben. Oft strukturieren Linienraster die Bildflächen, serielle Formen wie Rundbogenfenster oder Wolken sind aneinandergereiht oder übereinander geschichtet.

Kunst

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Oft sind Beziehungen zwischen Menschen und Dingen dargestellt, sanfte Annäherungsversuche zwischen den Welten, ausgestreckte Hände, die greifen wollen, aber doch ins Leere gehen. Die Ausstellung bietet viele Möglichkeit, einzutauchen in freundliche Bildwelten, der eigenen Fantasie freien Lauf zu lassen.

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