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Konzert

Trio eröffnet Saison des Musikvereins

Geiger Hagai Shaham, Cellist Raphael Wallfisch und Pianist Arnon Erez lassen im Vielberth-Saal Kammermusik erklingen.
Von Gerhard Dietel, MZ

In dem 2009 gegründeten Ttrio haben sich mit Hagai Shaham, Arnon Erez und Raphael Wallfisch (v.l.n.r.) drei Künstler zusammengefunden, die bereits als gefeierte Solisten mit allen großen Orchestern der Welt zusammengearbeitet haben. Foto: Shaham
In dem 2009 gegründeten Ttrio haben sich mit Hagai Shaham, Arnon Erez und Raphael Wallfisch (v.l.n.r.) drei Künstler zusammengefunden, die bereits als gefeierte Solisten mit allen großen Orchestern der Welt zusammengearbeitet haben. Foto: Shaham

Regensburg.Erst 2009 haben sie sich zum Trio zusammengefunden: Geiger Hagai Shaham, Cellist Raphael Wallfisch und Pianist Arnon Erez. Aber die drei Herren können bereits auf lange eigenständige Karrieren zurückblicken sowie auf viel Kammermusik-Erfahrung, teils auch gemeinsam. Hagai Shaham und Arnon Erez bildeten seit vielen Jahren ein Duo, das 1990 beim Internationalen ARD-Wettbewerb den ersten Preis erringen konnte. Musiker mit viel Routine sind es also, die im dicht besetzten Vielberth-Saal der Universität Regensburg die neue Saison des Regensburger Musikvereins eröffnen – Musiker aber auch, die diese Routine bei ihrem Auftritt mit viel Schwung und Temperament verbinden.

Eine erste Kostprobe ihres Könnens liefern die drei Künstler auf dem Podium mit den „Nocturnes“ von Ernest Bloch. In fast impressionistischer Manier zaubern sie hier aus kleinen, nahezu gestaltlosen Motiven eine nächtliche Stimmung, bevor im Mittelstück Schweizer Folklore in nostalgischen Dur-Klängen aufscheint und schließlich das Finale rhythmisch treibenden Charakter entwickelt.

In ganz andere Sphären führt anschließend Robert Schumanns Klaviertrio op. 63, das mit seinem kompakten Satz und seinen wuchtigen Klängen eher wie eine verkappte Sinfonie denn wie ein Stück Kammermusik wirkt. In seiner kompositorischen Arbeit wirkt es fast schon überkonstruiert.

Haghai Shaham, Raphael Wallfisch und Arnon Erez tun das ihre, um im Wechsel der Führungsrollen die enge kontrapunktische Verzahnung ihrer Partien herauszuarbeiten, ohne dass der Hörer diese Informationsdichte stets völlig aufnehmen kann. Erahnen lassen die drei mit ihrer Interpretation auch, dass diese Musik unter psychischen Krisen des Komponisten entstanden ist: Da gibt es zwischen viel Schwung und Feuer, mit denen sie vorwärts stürmt, immer wieder Zonen des Zurücksinkens in Dämmerzonen und lethargische Zustände.

Guter Brauch beim Saisonauftakt des Musikvereins: das Glas Sekt für die Besucher zur Pause. Umso beschwingter lässt sich danach der zweite Programmteil genießen, der Dvoraks bekanntes „Dumky-Trio“ enthält, ein Werk, das abseits der klassisch-romantischen Sonatentradition seine Wurzeln in der slawischen Volksmusik hat. Weit entspannter geht es hier zu als in Schumanns Klangsprache: In großen melodischen Bögen ergeht sich Dvoraks Komposition, in einem Erzählton von epischer Breite, der wohlkalkuliert mit tänzerischen, rhythmisch gepfefferten Abschnitten wechselt. Viel Beifall des Publikums des Musikvereins gibt es am Schluss für die drei Interpreten, die sich dafür mit Schuberts Scherzo aus dem Klaviertrio op. 99 bedanken.

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