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Ausstellung

Trunkenheit der grünen Insel

Grün-gelb-blau-lila: Selten hat man von Wigg Bäuml so farbenprächtige, unverstellt emotionale Bilder voller Esprit gesehen.
von Michael Scheiner

  • Die Ausstellung „Annaghmakerrig“ beinhaltet Wigg Bäumls Arbeiten, die auf der Grünen Insel entstanden sind. Foto: MICHAEL Scheiner
  • Wigg Bäuml lebte einige Zeit lang in Irland. Foto: Sperb

Kallmünz.Nach dem fast unaussprechlichen Ortsnamen „Annaghmakerrig“ ist die Ausstellung betitelt, die der Kallmünzer Wigg Bäuml in seinem Kunstraum zeigt. Es sind Landschaften, farbig, rauschhaft und von einer Unmittelbarkeit wie man sie von dem langjährigen BBK-Vorsitzenden kaum erwartet hätte.

Entstanden sind die Bilder in Irland. Während eines Stipendienaufenthaltes im Tyrone Guthrie Center hat sich Bäuml Tag für Tag mit Skizzenblock und Arbeitsmaterial ins Freie gesetzt und an den Farben berauscht, die um ihn die Luft zum Vibrieren brachten. „Durch das feuchte Klima“, mutmaßt er, „hängen immer feuchte Tröpfchen in der Luft“ und würden die Farben viel intensiver erstrahlen lassen, als in hiesigen Breitengraden.

Wigg Bäuml: Energie freigesetzt

Bäuml, eher bekannt für seine listig-ironische Art lässt seiner Begeisterung freien Lauf. Das Erlebnis des Lichts, der Landschaft mit vielerlei Grüntönen, der Abgeschiedenheit im dünn besiedelten Inneren der Grünen Insel und den Strukturen hat in dem abgeklärten Oberpfälzer eine Energie freigesetzt, die sich in einem wahren Schaffensrausch entlud. Farbintensive Bilder, die einen regelrecht anspringen und etwas vom Geschmack und Duft der Landschaft zu vermitteln scheinen.

Unsere Augen sind längst geschult in Farbflecken, grünem Gekritzel, Weißflächen und lila Farbspuren, die sich dynamisch durchs Bild bewegen, Landschaften zu erkennen. Andererseits lässt sich in den energischen Bewegungen, Verläufen und unscharfen Farbübergängen auch Abstraktes erkennen. Für den Betrachter aber ist der sinnliche Rausch, die Trunkenheit der Eindrücke spürbar, womit sich der Maler dem Moment überlassen hat. Das hat etwas Ekstatisches.

Hügel, auf denen Elfen und Trolle wohnen

Den Aufenthalt hat der Förderverein Oberpfälzer Künstlerhaus mit einem jährlich vergebenen Stipendien ermöglicht. Als artist in residence war Bäuml im Frühling mit anderen Gastkünstlern im irischen Annaghmakerrig. Das dortige Center ist 1981 aus dem Vermächtnis eines Theaterregisseurs gegründet worden.

Genossen hat Wigg Bäuml auch die Atmosphäre im Künstlerhaus, erzählt er von gemeinsamen Mahlzeiten und intensiven Gesprächen, die den Horizont spürbar erweitert hätten. Tagsüber aber hat er sich abgesetzt, oft sogar vergessen, etwas zu essen.

Auf Spaziergängen und Wanderungen hat er nahezu allen Seen, Baumgruppen und Wäldchen, abgeerntete Wiesen und die wild überwucherten Hügelchen erkundet, in den Elfen und Trolle wohnen. „Die dürfen auf keinen Fall abgemäht werden“, lacht er in seiner gewohnt hintersinnigen Art, „das bringt Unglück“. Dagegen bringen ihm die mitreißenden Bilder, in die man berauscht eintaucht, hoffentlich Glück.

Die Ausstellung

  • Film:

    Geöffnet ist die Ausstellung Samstag und Sonntag, 14 bis 17 Uhr, sowie nach Anmeldung. Einen Filmabend veranstaltet der Galerist am 31. August um 21 Uhr. Gezeigt wird „Der Junge der den Wind einfing“, das Regiedebüt des Schauspielers Chiwetel Ejiofor.

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