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Kultur
Freitag, 25. Mai 2018 24° 8

Musik

Und jetzt kommt das Allerbeste

Vor dem Start seiner neuen Tournee erzählte uns Sänger und Multitalent Peter Kraus von seinen „wilden Jahren“.
Von Wolfgang Ziegler

Peter Kraus kommt im Rahmen seiner neuen Tournee am 13. April nach Regensburg. Foto: Daniel Bockwoldt/dpa

Regensburg.Herr Kraus, wie geht es Ihnen denn momentan gesundheitlich? Sie hatten sich im Oktober bei der Fernseh-Show „Spiel für dein Land“ doch die Schulter gebrochen.

Mir geht es gut. Glücklicherweise musste ich nicht operiert werden, die Behandlung meines Physiotherapeuten war überaus erfolgreich, so dass ich an Silvester schon wieder auf der Bühne stehen kann. Ich sehe also wieder Licht am Ende des Tunnels. Die ungewollte Auszeit habe ich genützt, um zur Ruhe und auf andere Gedanken zu kommen.

2016 waren Sie auf Abschiedstournee, die unter dem Motto „Zugabe! Das Beste kommt zum Schluss“ stand und mit der Sie sich von Ihren Fans verabschieden wollten. Jetzt touren Sie im März und April 2018 noch einmal durch 21 deutsche Städte. Kommt nun das Allerbeste?

Das kann man so sagen. Wir haben wirklich etwas Besonderes gemacht und 15 Lieder in nur vier Tagen eingespielt. Ich war einfach glücklich, singen zu können. Das Ergebnis ist die beste Platte meines Lebens. So etwas habe ich noch nie gesagt, aber die Scheibe ist voll von echten Gefühlen. Wir haben sehr schöne Songs aufgenommen – nicht nur Rock’n’Roll, sondern auch Balladen. Insgesamt erwartet die Konzertbesucher ein tolles Programm und eine ganz neue Show, die keine Verlängerung der letztjährigen Abschiedstournee ist, sondern eine neue Abschiedstournee darstellt.

Wenn Sie Ihre Tournee starten, werden Sie 78 Jahre alt sein. Wie bereiten Sie sich körperlich auf die strapaziösen Auftritte vor?

Ich hoffe, dass ich – wenn die Schulter ganz geheilt ist und ich wieder trainieren kann – zu meiner alten Form zurückfinde. Muskeln bauen sich schnell wieder auf. Dann bin ich wieder ganz der Alte. Und wenn es noch nicht so gut geht, singe ich eben von einem Barhocker aus.

Am 13. April 2018 kommen Sie mit Ihrer Show nach Regensburg ins Audimax. Kennen Sie die Stadt und den Veranstaltungsort bereits? Und wenn ja, welche Erinnerungen verbinden Sie damit?

Ich war schon ewig nicht mehr in Regensburg. Bislang haben wir die Konzerte auch meist nur in großen Hallen gemacht. Diesmal aber spielen wir unplugged, um den Zeitgeist aus den 50er und 60 er Jahren auf die Bühne zu bringen. Und deshalb gehen wir in kleinere Locations. Im Audimax war ich noch nie.

Zur Person

  • Der Sänger

    , Schauspieler und Entertainer wird am 18. März 1939 als Peter Siegfried Krausenecker in München geboren.

  • Seine Jugend

    verbringt er in München, Wien und Salzburg, wo sein Vater ein eigenes Theater hat.

  • In den 1960er Jahren

    profilierte er sich als Deutschlands „Schmusesänger Nummer 1“.

  • Im Jahr 1969

    heiraten Peter Kraus und das Fotomodell Ingrid.

  • Als Schauspieler

    war er in zahlreichen Filmen und im Fernsehen zu sehen, zum Beispiel in „Die Frühreifen“ unter der Regie von Josef von Báky.

  • Er lebt

    mit seiner Ehefrau am Luganersee in der Schweiz und besitzt in Gamlitz ein Weingut.

Für das neue Programm haben Sie aus 150 Titeln die besten der „wilden 50er und 60er Jahre“ ausgesucht. Wie sind Sie dabei vorgegangen?

Das war eigentlich ganz einfach. Die Songs, die wir für die neue Tournee ausgesucht haben, sind meine Lieblingslieder. Dazu kommen eigenen Songs, ein bisschen Rock’n’Roll und überhaupt alle Lieder, die zu jener Zeit etwas bedeutet haben. Aufgrund der Fülle kann ich natürlich nicht alle Titel als volles Lied singen, aber ich werde sie ansingen – es gibt also ein Magnum, um möglichst viele Kulthits von damals unterzubringen.

Und mit vielen dieser Songs haben Sie ja auch Ihre neue CD aufgenommen. Wann wird die denn auf den Markt kommen?

Die Bänder gingen Mitte Dezember 2017 zum Mischen an den Bandleader. In den Handel kommen wird die neue Scheibe erst 2018 – vor dem Start der Tournee. Wissen Sie, ich brauche keine Hitparade mehr. Ich will die Musik machen, die mir und den Jungs von der Band Spaß macht. Mein Ziel ist es, dass die Konzertbesucher das kaufen können, was auf der Bühne stattgefunden hat. Die Peter-Kraus-Fans sollen mit den Liedern des Abends nach Hause gehen können.

Bei Ihrem neuen Musikprogramm setzen Sie auf Retro – fünf Musiker, drei Sänger, wenig Technik – und die Stücke werden unplugged gespielt. Glauben Sie, dass Ihre Evergreens auf diese Weise noch besser rüberkommen?

Die kommen so sogar ganz bestimmt besser rüber – weil meine Songs ohnehin nie überladen waren. Für mich stand immer das Lied im Vordergrund, und erst danach kamen der Interpret und die Band, die ihn begleitet hat. Das ist heute leider oftmals umgekehrt. Wichtig ist für mich, dass die Melodie zündet, das Ding muss in seiner Grundform, also auch ohne Begleitung funktionieren.

Ihr Karrierestart liegt mehr als 60 Jahre zurück. Erinnern Sie sich noch an Erich Kästners „Das fliegende Klassenzimmer“ aus dem Jahr 1954?

Weitgehend, es ist ja auch eine faszinierende Geschichte. Ich hatte damals ein sehr großes Selbstbewusstsein und gelesen, dass man Nachwuchsschauspieler sucht. Also habe ich mir das Buch gekauft, bin hingegangen und habe gesagt „Ich bin der Johnny!“. So bekam ich die Rolle.

Daneben haben Sie in mehr als 30 anderen Filmen mitgewirkt. Welcher hat Ihnen denn am meisten Spaß gemacht, welcher hat Ihnen selbst am besten gefallen?

Die „Conny und Peter“-Filme haben mir viel Freude gemacht, schon wegen des Riesenerfolgs. Einer der besten war wohl „Alle lieben Peter“ mit Christine Kaufmann, bei dem ich auch am Buch mitgearbeitet habe.

Apropos gefallen: Welchen Ihrer Songs singen Sie am liebsten? Welcher ist Ihr Lieblingssong?

Ich weiß es nicht. Ich singe nach wie vor „Sugar Baby“ gern. Und es ist ja wirklich faszinierend, welche Begeisterung der Song nach 56 Jahren noch immer auslösen kann. Wenn die Leute ausflippen, überträgt sich das natürlich auch auf mich auf der Bühne.

Und wer ist Ihrer Meinung nach der größte Rock’n’Roll-Sänger – außer Ihnen selbst natürlich?

Insgesamt gibt es eine ganze Reihe guter Sänger. Der beste ist für mich aber Tom Jones – er ist der King.

Zu welchen Ihrer Film- und/oder Bühnenpartnern/-partnerinnen haben Sie bis heute Kontakt?

Mit Conny Froboess, mit der zusammen ich 1960 den erfolgreichsten Film des Jahres drehte („Conny und Peter machen Musik“), stehe ich noch immer in Verbindung. Sie hat mich im vergangenen Jahr auch bei meinem Konzert in der Münchner Philharmonie besucht – das war schön. Befreundet bin ich auch mit Christian Wolf („Forsthaus Falkenau“, Anm. d. Red.).

Was wenige wissen: Sie sind Hobby-Autorennfahrer und Liebhaber von Rennwagen-Klassikern. Was davon steht bei Ihnen denn in der Garage?

So viele Autos, dass mindestens einer immer fährt (lacht). Generell suche ich das Seltene wie den AC Bristol, ein ganz leichtes englisches Rennauto mit einem Sechs-Zylinder-Motor. Ansonsten gehört mein Herz den Italienern wie Lancia und Alfa.

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