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Konzert

Verspätetes Valentins-Geschenk an die Fans

Steffi Denk begeistert ihr Publikum im ausverkauften Velodrom mit Präsenz und Stimme und flirtet mit ihren Flexible Friends.
Von Ralf Strasser, MZ

Steffi Denk mit Saxophonist Martin „Möpl“ Jungmayer Foto: Strasser

REGENSBURG. Steffi Denk ist überall zu Hause. In Cafés, auf Kneipenbühnen, in Jazzkellern oder Kulturzelten. Sie ist gut unterwegs in ihrer Welt der swingenden Musik. Als Teil von „Voice and Strings“ oder „Yellow Cab“, mit Swinglegenden oder als eine der „Zick Sisters“. Mitunter auch mit ihren „Flexible Friends“, mit denen sie derzeit „Unterwegs in Sachen Liebe“ ist. „CD-Release“ als verspätetes Valentinsgeschenk so die Message, die von vielen Zuhörern angenommen wurde, nur 15 Karten haben zum „Ausverkauft“ des Velodroms in Regensburg gefehlt.

„Are you ready?” fragt Steffi Denk, im Entertainmentjargon ins Publikum. Das nickt erwartungsvoll, also „let’s start the show”. Dem Warmup „Can’t buy me love” folgt ein smoothiges „Love”. „Tanzbar“, raunt meine Begleiterin und swingt mit im Takt der jazzig angehauchten Bert Kaempfert-Komposition. Und so geht es mit Gute-Laune-Musik weiter. Eine Musik, die Spaß macht und Optionen lässt. Entweder zum abschalten, träumen und zurücklehnen oder zum mittanzen, klatschen und schnippen. Das Repertoire an diesem Abend ist liebeslastig, und als Geschmacksträger verwenden die Freunde auf der Bühne Swing, Latin, Jazz, Pop, Blues und Chanson. Englische Swing- und Jazzklassiker werden mit deutschen Musikperlen wie „Männer muss man loben“ oder „Morgens um Fünf“ musikalisch verziert, rauchiger „dirty“ Blues verwandelt das Velodrom in eine New-Orleans-Kneipe, Romantiker haben mit einem Jazzwalzer ihr Vergnügen und dass die Liebe durch den Magen geht, lässt sich mit „Frim Fram Sauce“ erklären. Steffi Denk beherrscht mit charmanter Powerpräsenz Bühne und Publikum, ausgestattet mit einer Stimme, die mit vielen Prädikaten ausgestattet wurde – „die schärfste Stimme Bayerns“ ist eines von ihnen. Zwischen den Titeln ist sie als Conférencier in ihrem Element. Als Carolin Reiber, Max Greger und als desperate Housewife parliert sie, flirtet mit ihren Friends auf der Bühne, moderiert mit viel Charme, augenzwinkernd und noch mehr Humor. Doch den Genuss nur auf Steffi Denk zu reduzieren, käme einer musikalischen Ohrfeige gleich. Erst die „flexiblen Freunde“ Markus Fritsch (Bass), Michael „Scotty“ Gottwald (Schlagzeug), Martin „Möpl“ Jungmayer (Saxophon, Klavier) und Norbert Ziegler (Piano, Flügelhorn, Akkordeon) machen den Abend zu einem vollendeten Rund-um-Erlebnis. Die vier Musiker spielen auf einem Niveau, das man getrost als überregionale Champions League bezeichnen kann.

Wie gut sie sind, beweisen sie auch solo ohne Denk und Stimme, allein das „When I fall in love“ fördert ein erwartungsvolles „Oooh“ aus dem Publikum hervor, das anschließend in ein „Aaah“ wechselt. Nach zweieinhalb Stunden kommt noch ein „Oooh“, als Steffi Denk das letzte Stück ankündigt. „Standing Ovations“ der Zuhörer als Huldigung an Steffi Denk und die Flexible Friends wird mit drei Zugaben belohnt und mit der Gewissheit, dass gute Musik eben doch aus einem grauen Alltag einen Sommerferientag machen kann.

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