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Rhythmus

Viel Schwung mit Tanz und Drums

Georg Reischls zweites Stück feiert am Theater Regensburg Premiere.

Drum Dancing tritt in Regensburg auf. Foto: BETTINA_STOESS
Drum Dancing tritt in Regensburg auf. Foto: BETTINA_STOESS

Regensburg.Es ist eines der seltsamsten, aber auch faszinierendsten und erlösendsten Dinge, die Menschen in jeder Kultur tun: Zusammenkommen, in rhythmischen Klängen baden, den ganzen Körper in Bewegung versetzen – tanzen!

In „Drum Dancing“, dem zweiten Tanzstück des neuen Regensburger Chefchoreographen Georg Reischl, steht laut Veranstalter der Dialog zwischen Bewegung und Musik, Tanz und Drums im Zentrum. Entsprechend steht schon seit Wochen das Schlagzeug von Vincent Glanzmann im Ballettsaal, wo er mit seinen Rhythmen und einer großen Bandbreite an Klangfarben auf die Bewegungsenergie der TänzerInnen reagiert. Umgekehrt öffnet sich die Kompanie seinen Klängen. Sowohl der Schlagzeuger als auch die TänzerInnen mussten sich in der Kreationsphase dem Anderen hingeben, ohne sich dabei zu verlieren. Reischls Stück feiert die Fähigkeit, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und empathisch zu sein. Inspiriert ist „Drum Dancing“ von der Lakota-Mythologie Nordamerikas, aus der der empathische Clown „Heyoka“ stammt, der auch als „verkehrter Krieger“ bezeichnet wird. Sein Verhalten läuft den Erwartungen entgegen, was ihn zum Spiegel der Gesellschaft macht.

Georg Reischl stellt in „Drum Dancing“ Konventionen in Frage. Dabei leitet er die Bewegungssprache bewusst von den Formen des klassischen Balletts als einer Metapher für Ordnung ab, die in immer unkonventionelleren Weisen aufgelöst und weitergeführt werden, bis die etablierte Ordnung zunehmend wortwörtlich auf den Kopf gestellt wird – das spielerische Moment tritt in den Vordergrund, die Individualität gewinnt die Überhand. Nach dem Ablegen der Zwänge finden sich die TänzerInnen schließlich wieder im Ritual als Gruppe zusammen. Unterstützt wird die Choreographie von der Bühne Natascha von Steigers, die in den Orchestergraben eine Rampe gebaut hat, die zu höchst spannenden Bewegungsabläufen einlädt. Wie schon bei „Juke Box Heroes“ stammen die Kostüme aus der Feder von Min Li, der die energetischen Bewegungen kreativ-humorvoll unterstützt. Mehrfach schon hat Georg Reischl mit dem in Zürich wohnenden Schlagzeuger Vincent Glanzmann zusammengearbeitet, der als Performer und Komponist mit einer Vielzahl von Künstlern unterschiedlicher Sparten kooperiert. Seine Arbeit steht für eine unverkennbare Klanglichkeit, Energie und kommunikative Spielweise, welche oft Präparationen und alternative Techniken beinhaltet. In der progressiven europäischen Musikszene zu Hause, ist seine Arbeit nun erstmals in Regensburg zu erleben.

Im Vorgespräch erläutert Choreograph Georg Reischl, dass er in nichts vorgeben will. Ganz im Gegenteil. Der Zuschauer soll sich den ganz persönlichen Emotionen hingeben.

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