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Schauspiel

Vom Hasenfuß zum Löwenherz

Astrid Lindgrens Klassiker eröffnet die Saison am Jungen Theater Regensburg.

Gemeinsam sind sie die „Brüder Löwenherz“: Marcel Klein als „Jonathan“ und Peter Blum als „Krümel“ Foto: Jochen Quast
Gemeinsam sind sie die „Brüder Löwenherz“: Marcel Klein als „Jonathan“ und Peter Blum als „Krümel“ Foto: Jochen Quast

Regensburg.Regisseur Harald Fuhrmann gerät sofort ins Schwärmen, wenn er auf Lindgrens „Brüder Löwenherz“ angesprochen wird: nicht nur sei die Geschichte großartig und voller Abenteuer – der Kinderbuchklassiker berühre Menschen aller Altersgruppen zutiefst. Doch von vorn: Wenn die Junge Sparte des Regensburger Theaters am Samstag in die Spielzeit startet, wird eine Geschichte auf die Bühne gebracht, die in zwei Welten spielt: Die Brüder Jonathan und Krümel sind wie Pech und Schwefel: der kranke Krümel bewundert den starken Jonathan, der wiederum kümmert sich liebevoll um seinen kleinen Bruder und versucht, ihm mit der Aussicht auf das sagenhafte Land Nangijala die Angst vor dem Tod zu nehmen. Dort sind alle gesund und Krümel kann Jonathan endlich bei allen Abenteuern zur Seite stehen. Und in der Tat ist jede Hilfe gefragt, wo Tyrann Tengil und Ungeheuer Katla das schöne Kirschtal in ihre Gewalt bringen wollen. Als „Brüder Löwenherz“ schließen sie sich dem Widerstand an und finden in Taubenkönigin Sophia und Großvater Matthias neue Freunde. Mit viel Mut und vereinten Kräften sorgen sie für Gerechtigkeit. Und was ist mit der Angst vor dem Tod?

Als Lindgrens Werk vor vierzig Jahren erschien, war es nicht unumstritten. Für Regisseur Fuhrmann nicht verwunderlich, ist der Tod doch weiterhin ein in vielerlei Hinsicht tabuisiertes Thema. Fuhrmann möchte mit den sechs SchauspielerInnen vor allem eine Abenteuergeschichte erzählen, die archetypische Themen wie Geschwisterliebe, Mut, Selbstvertrauen aber auch Angst vor Einsamkeit und Tod packend auf die Bühne bringt. Ausstatterin Monika Frenz hat dafür ein nur vermeintlich simples Bühnenbild entwickelt, bei dem ein Bett im Zentrum steht, das so herrlich wandelbar ist, dass es in Kombination mit großen Plastikbahnen auch Wasserfall, Schrank, Gefängnis und Höhleneinstieg sein kann. Dass der Zugang auch nach Tropfsteinhöhle klingen wird, ist Musiker Christian Kuzio zu verdanken, der dem hochmusikalischen Ensemble ein wildes Sammelsurium an Instrumenten und Sound-Zaubereien an die Hand gegeben hat. Ob Pferdehuf, gesungenes Nangijala-Thema oder Donner – wer gerade nicht auf der Bühne ist, sorgt hinter dem Vorhang live für den Soundtrack. In Kombination mit Projektionen und Lichtspielen kann sich das Publikum dem Abenteuersog nicht entziehen – so hofft Harald Fuhrmann, der wieder zur Probe eilt und für die letzten Schliffe zu einem spannenden und berührenden Theatererlebnis sorgt.

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