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Musik

Vom Mysterium der Geburt Christi

Das Ensemble Stimmgold gibt mit weihnachtlichen Gesängen sein CD-Debüt.
Von Gerhard Dietel

Das Vokalensemble Stimmgold verbreitet mit seinem Gesang festliche Stimmung.Foto: Vincent Schmucker
Das Vokalensemble Stimmgold verbreitet mit seinem Gesang festliche Stimmung.Foto: Vincent Schmucker

Regensburg.In geheimnisvollen Harmonien wird es beschrieben, das „Magnum mysterium“ der Geburt Christi, das Wunder, „dass Tiere den geborenen Herrn sahen, in der Krippe liegend“. Dunklen Glanz entfaltet das Vokalensemble Stimmgold, wenn es auf seiner Debüt-CD „Goldene Momente zur Weihnacht“ diesem Mysterium in Vertonungen Francis Poulencs und Simon Wawers klangliche Gestalt gibt. Wunderbar verschmelzen die Sopranstimmen von Helene Grabitzky und Christina Müller mit dem Alt Marlene Krafts, dem Tenor Christoph Schäfers, dem Bariton Marlo Honselmanns und dem Bass Jakob Steiners zum auratischen Ganzen, gefördert noch durch die Akustik des Aufnahmeorts, der Burglengenfelder Kreuzbergkirche Heilige Dreifaltigkeit.

Wie nötig ist eine weitere CD mit weihnachtlichen Gesängen in einem bereits übersättigten Markt? So könnte mancher fragen. Und könnte dabei zur Zerstreuung seiner Zweifel die Antwort erhalten, dass diese „Goldenen Momente“ sich dadurch auszeichnen, dass sie vor allem Unbekanntes oder aber Bekanntes in ungewöhnlicher Fassung bieten.

Ja, auch das unvermeidliche „Stille Nacht“ ertönt – einmal in der harmonisch einfühlsam bereicherten Fassung Bernd Engelbrechts, zum anderen als „Unterchor“ zu einer Vertonung des Eichendorffschen „Markt und Straßen stehn verlassen“ durch den Breslauer Organisten und Komponisten Max Gulbins.

Letzteres ist nur eine der kleinen Preziosen, die Stimmgold mit dieser CD zutage fördert. Zu den weiteren Entdeckungen, die der Hörer machen kann, zählen etwa Hans Schmidt-Mannheims motettische Neuvertonung des „Machet die Tore weit“ oder Günther Raphaels in ihrer schlichten Zurückhaltung anrührende Version des „Maria durch ein Dornwald ging“.

Was der mystische Beginn der Einspielung noch nicht vermuten lässt, ist eine spätere Wendung hin zum Volkstümlichen bayerischer oder Tiroler Herkunft. Man fühlt sich fast in eine adventliche Sitzweil versetzt, wenn „Vor mir brauchst di ned fiachtn“ und „Still o Himmel“ ertönen, zart grundiert von Hackbrett- oder Harfenklängen, die Veronika Schulz und Veronika Eder beisteuern. Bruchlos schließen sich dem zwei Ludwig-Thoma-Vertonungen aus der Hand Hans Bergers an. Mit einem „O du stille Zeit“ lässt das Vokalensemble dann seine gelungene Debüt-CD ausklingen – wohl kein direkt weihnachtlicher Gesang, aber einer, der doch als inhaltliches Resümee der ganzen Vortragsfolge dienen kann.

Goldene Momente zur Weihnacht, Stimmgold Vokalensemble, Spektral DDD 2019.

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