mz_logo

Kultur
Mittwoch, 19. September 2018 28° 1

Festival

Was die Kurzfilmwoche heuer bietet

Das Festival in Regensburg widmet Filmemacherinnen einen Schwerpunkt und rollt Schönwerths Märchen den roten Teppich aus.

Frauen vor und hinter der Kamera stehen 2018 im Fokus der Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg Foto: Kurzfilmwoche
Frauen vor und hinter der Kamera stehen 2018 im Fokus der Internationalen Kurzfilmwoche Regensburg Foto: Kurzfilmwoche

Regensburg. Mehr als 300 Kurzfilme aus aller Welt flimmern von 14. bis 21. März über zahlreiche Leinwände der Regensburger Altstadt. Die Internationale Kurzfilmwoche Regensburg präsentiert an vier Spielstätten ein pralles Programm. 128 Filme finden sich allein in den fünf Wettbewerben. Hier laufen aktuelle Produktionen, regional bis international. Das Bayernfenster wird um einen dritten Block erweitert. 100 Jahre Filmgeschichte erleben die Gäste mit Klassikern und historischen Filmperlen in den zahlreichen Sonderprogrammen und Werkschauen.

„Starke Frauen“ heißt der Schwerpunkt 2018. Das Festivalteam hat herausragende Filme ausgewählt, in denen Frauen Regie führen. Sie setzen sich humorvoll mit schwierigen Themen auseinander, verhandeln Fragen zu Geschlechterrollen, zur Repräsentation des weiblichen Körpers oder zur Stellung der Frau in der Gesellschaft. Die Besonderheit: Die Filme stellen sich inhaltlich und formal quer zum Mainstream und sind dennoch, auf ihre Art, unterhaltsam. Drei spannende Filmemacherinnen präsentieren ihre Arbeiten persönlich: Lisa Birke (Kanada), Jennifer Reeder (USA) und Monika Treut (Deutschland). Sie sind Paradebeispiele für erfolgreiche Künstlerinnen, die sich jeweils in einer eigenen Nische bewegen und aus der Do-it-Yourself-Ecke kommen.

Trends aus dem Donauraum

Zu den Werkschauen gesellen sich Programme, die einerseits ausgewählte Spotlights der Filmgeschichte zeigen. Andererseits kommen aktuelle Produktionen von Regisseurinnen zum Zug: einmal quer durch die Welt und einmal auf arabische Länder fokussiert. Noémi Kahn wird eine Einführung in die Historie der Filmemacherinnen aus der arabischen Welt geben.

Humorvoll geht es im Animationsprogramm „AniFemme“ und im Programm „Girls just wanna have fun“ zu. Begleitend zu dem Schwerpunktthema gibt es eine Ausstellung und einen Vortragsabend.

Der Länderschwerpunkt liegt auf dem Donauraum; drei Film-Blöcke richten den Blick auf aktuelle Trends der Donau-Länder.

Hier ein Blick auf die Kurzfilmwoche 2017: Glückliche Gewinner zum Finale

Zahlreiche Programme runden das Festival ab: In „Cinema Mi Amor“ präsentiert Nicolas Khabbaz seine Lieblingsfilme aus dem Libanon. In „Digital Fairy Tales“ lassen die Kuratoren Leo Kuelbs und Sandra Ratkovic und die Autorin Erika Eichenseer die Schönwerth-Märchen aus der Oberpfalz entdecken. Die Reihe vereint die wundervollen und bizarren Märchen aus dem 19. Jahrhundert mit den technischen Mitteln des 21. Jahrhunderts. Der Oberpfälzer Märchen- und Sagensammler Franz Xaver von Schönwerth ist neben den Gebrüdern Grimm der wichtigste deutschsprachige Vertreter dieser Literaturgattung. Erika Eichenseer ließ seine Märchensammlungen in viele Sprachen übersetzen; in der Folge erlebt Schönwerth weltweit einen Boom.

Gastgeber gesucht

  • Gastgeber:

    Wenn man selbst Teil des Festivalteams werden oder die Kurzfilmwoche etwa als Gastgeber für Filmemacher unterstützen möchte: alle Informationen sind zu finden unter: www.kurzfilmwoche.de.

  • Musik:

    Musik spielt beim Festival eine große Rolle: bei der Zündfunkparty, bei den „Plattenfilmen“, den Tanz- und Partyfilmen und bei der Eröffnungsfeier, wo Luisa Funkenstein ihre ausgefeilten Popkompositionen präsentieren wird.

  • Fachbesucher:

    Für Fachbesucher gibt es zum Beispiel einen Workshop zu „Storytelling“, in Kooperation mit dem Forum Kultur- und Kreativwirtschaft.

Zu den Klassikern des Festivals zählen die „Midnight Movies“ – hier speilen ebenfalls Frauen eine große Rolle – und die „Plattenfilme“. Bei „Poetry in Motion“ wagen sich unterschiedlichste Autoren auf die Bühne: aus Theater, Journalismus, Blogger-Szene und aus dem Bereich Soziale Arbeit.

Interessant für Schüler

Beim Festival 2018 wird erstmals der Candis-Preis in Höhe von 1500 Euro als Hauptpreis im Deutschen Wettbewerb verliehen, gestiftet von der Ferdinand Schmack jun. GmbH. Im Regionalfenster belohnen je 500 Euro, gestiftet vom Mittelbayerischen Verlag, die zwei besten Produktionen.

Für die jüngsten Filmfans sind Filme für Kinder ab vier und ein Tablet-Workshop für Sieben- und Elfjährige geboten. Einige Programme wenden sich an Schulklassen; Lehrer können sich noch unter schule@kurzfilmwoche.de anmelden. Die Filmes sind mit vielen Fächern kombinierbar; sie führen in fremde Kulturen ein, regen zur Diskussion an und geben die Möglichkeit, das Kino als Ort der Begegnung zu erleben. Auf Wunsch werden die Programme medienpädagogisch begleitet.

Hier geht es zur Kultur.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht