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Wie männlich ist Krieg? - Sonderschau in Dresden

Die Künstlerin Birgit Dieker hat mit Frauenkörpern die Form einer V2-Rakete nachempfunden. Sie thematisiert damit die Wechselwirkung von Waffen und Erotik und steuert damit eines der zahlreichen Exponate bei, die das Militärhistorische Museum (MHM) der Bundeswehr zeigt.

  • Die Installation „First Spaceship on Venus“ der Künstlerin Sylvie Fleury. Foto: Sebastian Kahnert
  • Ein Soldat als Bronzefigur des Künstlers Via Lewandowsky. Foto: Sebastian Kahnert
  • Eine Frau in Uniform fotografiert die fünf Meter hohe Rakete „Crazy Daisy“ der Künstlerin Birgit Dieker. Foto: Sebastian Kahnert
  • Das Militärhistorische Museum in Dresden. Foto: Sebastian Kahnert

Dresden.Weibliche Schaufensterpuppen, getürmt zu einer Rakete: Das Thema der neuen Sonderschau „Gewalt und Geschlecht. Männlicher Krieg - weiblicher Frieden?“ im Militärhistorischen Museum (MHM) der Bundeswehr spiegelt sich schon am Eingang.

Die Künstlerin Birgit Dieker hat mit Frauenkörpern die Form einer V2-Rakete nachempfunden. Die V2 wurde von der Wehrmacht gebaut und kam im Zweiten Weltkrieg zum Einsatz.

Dieker thematisiert damit die Wechselwirkung von Waffen und Erotik. Es ist eines der zahlreichen Exponate in der neuen Schau des MHM, die noch bis zum 30. Oktober in Dresden zu sehen ist.

Mit rund 2000 Quadratmetern Fläche ist es die größte Ausstellung, die das MHM bislang gezeigt hat. Drei Millionen Euro hat sie gekostet. Die Sonderschau ist angelegt wie ein Theaterstück: Sie gliedert sich in mehrere Akte. Ein bewegbarer Theatervorhang in den Räumen trennt die einzelnen Themenabschnitte voneinander. Ein Thema ist etwa Gewalt, Macht und Herrschaft im Geschlechterverhältnis. Ein anderes die Frage: Was macht einen Mann zum Mann?

Hat Gewalt ein Geschlecht? „Es gibt sehr viel zu sagen zu dem Thema“, sagte der Direktor des MHM, Armin Wagner, am Donnerstag. Die Ausstellungsmacher wollten aber keine Position vorgeben, sondern zur Diskussion anregen, betonte er.

Das Museum kommt mit seiner Ausstellung in einer Zeit, in der die #Metoo-Debatte in aller Munde ist. Noch interessanter macht die Ausstellung, dass die Geschlechterdiskussion in der Bundeswehr selbst in vollem Gange ist. In der kämpfenden Truppe sind Frauen erst seit 2001 zugelassen. Seit Jahren wird die Bundeswehr immer weiblicher. Im Dezember 2017 waren von 179 562 Soldaten 21 213 weiblich. 2010 waren von 217 418 Soldaten 17 533 weiblich.

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