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Ausstellung

Zartheit von Farbe und Form

Spannende Werkschau: Die Pressather Künstlerin Ruthild Langhammer zeigt aktuelle und ältere Arbeiten in der Kleinen Galerie in Regensburg.
Von Uta von Maydell, MZ

Die Pressather Künstlerin Ruthild Langhammer stellt in der Kleinen Galerie aus. Foto: altrofoto.de

Regensburg. Gebrochene Grau- und Blautöne, kontrastiert mit Ocker, oder aber ein Rot, das Jedem das Herz aufgehen lässt: Ruthild Langhammer ist unendlich feinfühlig im Umgang mit Farben. Da gibt es kein Zuviel und kein Zuwenig. Und ebenso sensibel geht sie mit ihrer Formgebung um: Andeutungen nur, und doch sind unendliche Weiten zu erahnen – oder auch die Enge von Architekturen, die für Menschen kaum Freiräume lässt.

Einen knappen, aber intensiven Überblick ihres Schaffens vom Ende des 20.Jahrhunderts bis zum Heute bietet bis Ende Juni Helga Groh in ihrer Kleinen Galerie in der Gesandtenstraße.

Die Malerin, 1940 im Sudetenland geboren und nach einem Kunststudium in Köln schließlich in der Oberpfalz sesshaft geworden, war hier mit ihren Arbeiten schon wiederholt zu Gast. Aus den Jahresausstellungen des Kunst- und Gewerbevereins ist sie längst nicht mehr wegzudenken. Mehrfach ist Langhammer ausgezeichnet worden; bereits 1986 etwa mit dem Kulturförderpreis der OBAG. Das war ihr Ansporn, dranzubleiben mit Glasmalerei, Kunst am Bau und ihren Bildern. Neue Impulse brachte 1993 ein Stipendium in Virginia.

All das wird gegenwärtig bei der aktuellen Schau: unendliche Weiten des Ozeans vor der Küste des US-Staates mit Silhouetten von sturmumtosten Wasser-Gefährten. Nur zu erahnen sind die Schiffe in luziden Papier-Farben. Alle Macht dem Element. Nur mühsam behaupten sich da Segel oder schemenhafte Schiffsrümpfe. Keinen Pinselstrich wert scheint die „Krone der Schöpfung“, der Mensch.

Das gilt ebenso für großzügig angelegte „Architektur-Studien“. Auch hier dominieren behutsam gegeneinander abgesetzte Flächen. Mit verknappten Vertikalen und Horizontalen akzentuiert, entstehen Impressionen von Fassaden oder Häuserschluchten bei verblüffend dezenter Farbnuancierung.

Mag sein, beim Betrachter blitzen Erinnerungen an den späten Lionel Feininger auf. Aber bei Ruthild Langhammer ist alles zarter verweht und nimmt eben darum vielleicht umso mehr gefangen. Gleiches gilt für Arbeiten wie „Schlafender Berg“ oder „Januar-Bild“. Von ihrer Technik her – ganz gleich ob Öl, Aquarell oder Tempera auf Leinwand oder Papier – bleibt die Malerin ebenso zurückhaltend wie in der Farbwahl, auch, um die Struktur des Untergrund-Materials noch „sprechen“ zu lassen. Gleiches gilt auch für ihre „roten“ Bilder jüngeren Datums. Sie sind von geradezu ansteckender Kraft, glühen von innen heraus, scheinen den Rahmen zu sprengen. Und dennoch glückt es Langhammer, auch in diesen lodernden Tönen eine Aura gewisser Ausgeglichenheit zu vermitteln. Eine rundum spannende Ausstellung also.

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