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Ausstellung

Äpfel, Fenster und andere Technikwunder

Angehende Kunsterzieher stellen im Leeren Beutel aus. „Kunst trifft Technik“ heißt ihr teils originell umgesetztes Thema:
Von Claudia Böckel, MZ

  • Claudia Stockers „Zeitreise“ Fotos: Lex
  • „Die Muse“ von Manuela Salas
  • Prof. Josef Mittermeier führte in die Ausstellung ein.

Regensburg.„More than Apples, more than Windows“ heißt ein Bild von Lena Nikitin. Dargestellt sind eine Oskar-Schlemmer-artige Figurine, Äpfel auf der Fensterbank vor dem Fenster und Marcel Duchamps Fahrrad-Rad, sein vielleicht erstes Ready-made. Dieses Bild kann stellvertretend stehen für all die Werke von Studierenden des Instituts für Kunsterziehung der Universität Regensburg, die in einer großzügigen Präsentation noch bis zum 19. November im Leeren Beutel zu sehen sind.

Die Studenten malten technikinspirierte Werke, nutzten die Firmenkontakte zur österreichischen High-Tech-Firma AVL, um in Dialog mit Themen und Anliegen zu kommen, die dem künstlerischen Studium eher fern liegen. AVL sponsert im Gegenzug das Malmaterial, organisiert die Ausstellung und kauft auch Werke für den Firmensitz an. Und keiner der Studenten muss T-Shirts mit Firmenlogo tragen, sagt der Firmenchef, denn: „Kunst muss frei sein.“

Ein göttlich inspirierter Nerd

Und so entstanden Werke, die versuchen, technische Begriffe zu visualisieren. Das eingangs beschriebene Werk macht das wörtlich, bei anderen springt der göttliche Funke – tatsächlich taucht manchmal Gottvater oder zumindest göttliches Licht auf – auf den am Computer festgezurrten Nerd über und ergießt sich dann in binären Codes auf eine weitere Figurine (Nadeschda Harder). Erleuchtung durch Technik, das ist die Botschaft.

Tanja Henzel kombiniert in „Platineum“ architektonische Strukturen und Wasserspeier des Domes mit Platinen-Strukturen. Der spielende Mensch in Roboter-Welten (Johanna Sagerer) taucht ebenso auf wie Raumstationen (Lene Schabes) oder eine Fahrt auf dem Microchip (Claudia Stocker). Viele junge Künstler holten sich deutliche Anleihen aus der Kunstgeschichte. Sebastian Dorn zitiert in „Fehlerbehebung am CPU-Sockel“ Menzels Eisenwalzwerk, Aleander Woitan malt antike Menschen in Corinthscher Manier: „Es kann fahren“, das Technikwunder des trojanischen Pferdes, das noch heute als Trojaner durch die Computerwelt geistert. Karola Kremser legt über ihre Gebirgslandschaft mit Oldtimer die allgegenwärtige GPS-Oberfläche. „Access denied“, Zugriff abgelehnt. Da hilft auch der gigantische grüne Fingerprint nicht weiter.

Von witzig bis uninspiriert

Die Arbeiten der Studenten von Josef Mittlmeier vom Institut für Kunsterziehung sind technisch meist gut gemacht, manche witzig, andere eher uninspiriert. Die persönlichste Position liefert das scheinbar unspektakuläre „Ökosystem 2.0 Platine“ von Lisa Langbein, eine ruhige Baumlandschaft, unterminiert von kaum sichtbaren Schaltlinien einer Platine.

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