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Der behutsame Avantgardist

Komposition in Rot I. 1905, Öl auf Leinwand, Sprengel Museum HannoverLeihgabe der Kunstsammlung Dresdner Bank AGFoto: Ausstellungskatalog

1906 verlässt Hölzel Dachau und übernimmt die Leitung einer Komponierklasse an der Kunstakademie Stuttgart. In seinem Gepäck befindet sich ein besonderes Gemälde, die berühmte „Komposition in Rot I“. In diesem Bild gelingt Hölzel erstmals eine konsequente Annäherung an die Abstraktion. Erstmals setzt der Künstler seine theoretischen Untersuchungen zur Verteilung von Form und Farbe auf der Fläche, die er in der Dachauer Zeit formuliert hat, konsequent im Bild um. Er arbeitet an der zunehmenden Vereinfachung der Form. Das Dreieck und der Kreis bedeuten für Hölzel allgemein verständliche Urformen, die die Komposition des Bildes bestimmen. In dieser schematisierten Form der Wiedergabe erscheinen Figur und Landschaft flächig ornamental im Bild verankert. Die Verbindung des Figürlichen mit abstrakten Flächen, die in unterschiedlichen Farbtönen gehalten werden wie z.B. in Zinnoberrot, Braunorange und Gelbbeige, ist ein vollkommen neues Thema in der Malerei Hölzels. Indem er das Prinzip des Goldenen Schnitts im Gemälde anwendet, gelingt Hölzel eine für das Auge des Betrachters angenehme Proportionierung. Die Komposition erscheint als eine harmonische Einheit.

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