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Figur oder Ornament? – Hölzels „tausend Striche“

Abstraktes Ornament (Bauer). 1898, Tusche und Feder auf Papier, 33,4 x 21 cm, Privatbesitz (Foto: Ausstellungskatalog)

Unter dem Titel „Kaleidoskop – Hölzel in der Avantgarde‘‘ zeigt das Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg vom 29. November 2009 bis zum 28. Februar 2010 eine umfangreiche Retrospektive von Adolf Hölzel (1853-1934). Mit über 200 Werken bietet das Museum einen repräsentativen Einblick in das Lebenswerk des bekannten Malers, Grafikers und Theoretikers. In der Auseinandersetzung mit Farbe und Fläche stellt Hölzel die grundsätzliche Frage der Moderne, nämlich die nach dem Verhältnis von Figuration und Abstraktion in der bildenden Kunst.

Unter dem Leitmotiv des Kaleidoskops werden in der Ausstellung die vielfältigen malerischen und grafischen Aspekte im Werk des Künstlers erfahrbar. Die Retrospektive entstand in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Stuttgart.

Jede Woche stellt die MZ ein bedeutendes Werk von Adolf Hölzel vor, das seine künstlerische Entwicklung von der Tradition zur Moderne anschaulich dokumentiert.

Die Technik des Zeichnens betrachtet Adolf Hölzel als Grundlage für das gesamte künstlerische Schaffen. In dieser Disziplin übt er sich täglich und trainiert seine handwerkliche Fertigkeit in den von ihm so genannten „tausend Strichen“.

Das Zeichnen versteht er als einen ungefilterten und irrationalen Vorgang, als eine unmittelbare Wiedergabe der Phantasie des Künstlers. Mittels dieser Methode sucht Hölzel in seinen Werken eine sukzessive Annäherung an eine abstrakte Bildgestaltung.

Um 1900 entsteht die Reihe der „abstrakten Ornamente“. Hölzel verbindet Striche und Linien auf dem Papier zu abstrakten linearen Strukturen. Aus diesem Gesamtgefüge arbeitet er gezielt einzelne Elemente heraus.

Dabei entwickelt er Formen, die oftmals wie zum Beispiel in dem Blatt „Abstraktes Ornament (Bauer)“ figurative Assoziationen hervorrufen. Stilistisch ähneln die Zeichnungen dem ornamental stilisierten Buchschmuck des Jugendstils der Zeit der Jahrhundertwende.

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